Rangnick schlägt zurück: bvb lässt chukwuemeka deutsch versauen
Ein 5:1, ein Debüt-Tor, ein Dolmetscher. Österreichs Teamchef Ralf Rangnick feierte gegen Ghana den perfekten Auftakt, doch hinter dem Glanz zog er eine dunkelgelbe Karte: Borussia Dortmund habe seinen Neuzugang Carney Chukwuemeka seit Februar 2025 nicht Deutsch beigebracht – und das, obwohl der 22-Jährige in Wien geboren wurde.

Rangnick erinnert sich an leipzig-zeit: „wer fehlte, wurde behandelt wie beim trainingssperre“
„Das muss im Interesse der Klubs liegen“, sagte Rangnick gestern in der Pressekonferenz, nachdem er zuvor einen Dolmetscher für Chukwuemeka organisiert hatte. Der Mittelfeldspieler, der in England aufwuchs und sich trotz nigerianischer Eltern für Österreich entschied, kann laut Rangnick „nicht mal einen vernünftigen Satz Deutsch“. Stattdessen lautet sein bisheriger Sprachschatz: „Oida, biste deppert.“
Der 66-Jährige, der in Leipzig und Hoffenheim rigorose Sprachkurse einführte, zeigte sich sichtlich irritiert: „Drei Mal pro Woche war Pflicht. Wer nicht kam, musste mit Konsequenzen rechnen.“ Dortmund dagegen habe offenbar „gar nicht versucht“, dem Spieler die Sprache beizubringen. Ein Vorwurf, der beim BVB für Stirnrunzeln sorgt – schließlich kostet Chukwuemeka rund 20 Millionen Euro und soll langfristig die Zukunftsmannschaft formen.
Beim ÖFB will man nun nachlegen. Rangnick kündigte an, dass Chukwuemeka im Nationalteam „sein eigenes kleines Wörterbuch“ bekommt. „Wir haben die wichtigsten Begriffe zusammengestellt – Taktik, Positionen, Kommandos. Es geht ums Überleben auf dem Platz.“
Für den BVB ist der Vorfall ein weiterer Baustein in einem ohnehin turbulenten Jahr. Nach dem Rauswurf von Edin Terzić und der verpatzten Saison liegt der Fokus nun auch auf der Integration neuer Spieler. Rangnick indem lässt keinen Zweifel daran, wer die Verantwortung trägt: „Für solche Jungs ist es nicht einfach. Aber der Klub muss liefern.“
Die Botschaft ist klar: Wer nach Dortmund kommt, sollte besser mehr mitbringen als nur Torgefahr – und mindestens „Mittwoch“ und „Pressekonferenz“ auf Deutsch buchstabieren können. Sonst wird’s ungemütlich. Immerhin: Chukwuemekas Tor gegen Ghana sprach eine eindeutige Sprache – die des Fußballs. Ob das reicht, wird sich zeigen.
