Puchner beendet karriere: risiko war nicht mehr da

Ein überraschendes Ende für eine österreichische Skirennläuferin: Mirjam Puchner, Speed-Spezialistin vom Rang des Stars, hat ihre Karriere nach 178 Weltcuprennenoffiziell beendet. Die Entscheidung, die die Fans schockiert, wurde am Dienstag in einem Pressegespräch bekannt gegeben – und offenbart die Gründe hinter dem Rücktritt.

Der wendepunkt im winter: die angst vor dem risiko

Der wendepunkt im winter: die angst vor dem risiko

„Etwas hat sich in mir verändert“, gestand die 34-Jährige. Es war nicht eine Verletzung, sondern eine innere Umbruch, der Puchner dazu bewegte, einen Schlussstrich unter ihre Karriere zu ziehen. Im vergangenen Winter spürte sie, dass das absolute Maximum an Risiko, das für den Erfolg im Weltcup unerlässlich ist, für sie nicht mehr gegeben war. Die bedingungslose Risikobereitschaft, die sie einst auszeichnete, schwand.

Puchner blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück, die 2013 begann und von zahlreichen Erfolgen geprägt ist. Zwei Weltcupsiege – 2016 in St. Moritz und 2019 in Andorra – sowie eine Silbermedaille bei der WM 2025 in der Abfahrt, wo sie dem Gold nur knapp hinterherfuhr, sind Beweise für ihr Können. Auch Olympia-Silber 2022 im Super-G in Peking gehört zu den Glanzlichtern ihrer Laufbahn.

Sportchef Christian Mitter zeigte Verständnis für Puchners Entscheidung: „Wenn eine Athletin spürt, dass die nötige Risikobereitschaft nicht mehr zu einhundert Prozent da ist, ist der Rücktritt ein konsequenter Schritt.“ Er lobte Puchner für ihre Leistungen über viele Jahre hinweg und betonte, dass sie zur absoluten Weltspitze im Speed-Bereich gehört. „Ihre Erfolge sprechen für sich.“

Die Entscheidung ist nicht über Nacht gefallen, erklärte Puchner. Sie habe sich bewusst Zeit genommen, um in sich hineinzuhorchen und die richtige Wahl zu treffen. Die Saison 2024/2025 endete für sie mit Platzierungen im Abfahrtsweltcup auf dem 16. Rang und im Super-G auf dem 19. Platz. Doch die Zahlen sind hier zweitrangig – entscheidend war das Gefühl, dass die Zeit für etwas Neues gekommen ist.

Puchner blickte zudem auf ihre Kindheitsheldin, die ehemalige Skirennläuferin Meissnitzer, die ihr als Vorbild diente. Nun ist es an ihr, den Platz für jüngere Talente freizumachen und ein neues Kapitel in ihrem Leben aufzuschlagen. Das Ende einer Ära, aber auch der Beginn eines neuen Weges für die österreichische Sportlerin.