Milan in der krise: wer rettet die rossoneri?

Ein Schatten liegt über dem Mailänder Fußball. Es ist nicht der Kommunismus, wie Marx es prophezeite, sondern die Frage nach der Identität des AC Milan, die die Verantwortlichen in schlaflose Nächte treibt. Nach einer verkorksten Saison, in der die Champions-League-Qualifikation verpasst wurde, steht der Verein am Scheideweg – und die Suche nach einer neuen Ausrichtung gestaltet sich zäh.

Drei wochen revolution bleiben lückenhaft

Drei wochen revolution bleiben lückenhaft

Die Entscheidung für einen radikalen Umbruch war richtig, angesichts der enttäuschenden Leistungen. Doch drei Wochen später wirkt die Revolution unvollendet. Das kuriose: Ein Fußballverein, dessen Kerngeschäft eigentlich das Kicken sein sollte, hat seine sportliche Basis quasi demontiert, ohne die notwendigen Nachfolgestrukturen parallel aufzubauen. Ein solches Szenario ist in der Fußballwelt kaum zu finden.

Die Gespräche zwischen Cardinale und Calvelli dauern an, doch die Zeit drängt. Es ist ein Wettlauf gegen die Uhr, um den Milan vor einem weiteren sportlichen Absturz zu bewahren. Die Frage ist: Wer kann die Rossoneri wieder auf Kurs bringen?

Die Abgänge sind beträchtlich, die Neuzugänge rar. Die Verantwortlichen scheinen zwischen verschiedenen Strategien hin- und hergerissen, unfähig, eine klare Linie zu definieren. Die Fans sind unzufrieden, die Medien kritisch – und der Druck auf die Entscheidungsträger wächst stetig.

Die fehlende Weitsicht der Führungsetage wird immer deutlicher. Während andere Vereine frühzeitig ihre Planungen für die neue Saison abgeschlossen haben, hinkt Milan hinterher. Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: 17 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer, ein verunsichertes Team und ein drohender Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.

Es bleibt zu hoffen, dass Cardinale und Calvelli bald eine Lösung finden. Denn ohne einen schnellen und nachhaltigen Umbruch droht dem AC Milan ein Abgrund.