Lazio versinkt im leeren olympico – sassuolo jagt den nächsten coup

Ein Stadion ohne Seele, eine Saison ohne Kompass. Das Olympico von Rom wird am Montagabend zu einer Kulisse der Leere, wenn Lazio gegen Sassuolo die 28. Spieltag-Schlappe kassiert – und dabei vielleicht auch die letzte Chance auf Europa verspielt.

Sarris lazio ist nur noch ein schatten

Maurizio Sarri wirkt seit Wochen wie ein Mann, der seinen eigenen Spielplan nicht mehr findet. Die Trennung von Castellanos und Guendouzi im Winter hat die Biancocelesti entkernt. Seitdem: fünf Punkte aus sechs Partien, Platz zwölf, kein Blick mehr nach vorn. Die Copa Italia ist das letzte Rettungsboot – doch bis zum Halbfinale gegen Atalanta am 22. April ist es ein weiter Weg.

Jetzt verliert Lazio auch noch Torhüter Ivan Provedel. Die Schulter-Operation zwingt den 31-Jährigen für den Saisonendspurt auf die Tribüne. Stattdessen steht der 21-jährige Cristian Motta zwischen den Pfosten – ein Debütant, der in Reggio Emilia noch nie ein Ligaspiel bestritt.

Sassuolo dreht die tabelle nach oben

Sassuolo dreht die tabelle nach oben

Währenddessen schraubt Sassuolo die pokrige Tabelle auseinander. Fünf Siege in den letzten sechs Spielen – nur die Niederlage gegen Spitzenreiter Inter war Programm. Mit 38 Punkten auf Rang neun liegt die Grosso-Elf plötzlich im Windschatten der Europa-Plätze. Ein Sieg im leeren Olympico würde die Neroverdi auf 41 Punkte katapultieren – und Lazio endgültig auf 14. festnageln.

Die Wettmärkte reagieren mit einem Achselzucken: Over 0,5 Tore liegt bei 1,04 bis 1,08 – ein Witz, der die Offensiv-Schwäche der Gastgeber offenlegt. Dennoch bietet Snai Neukunden eine Quote von 8,00 auf dieses „sichere“ Ereignis – ein versteckter Hinweis darauf, dass seltener auch mal Nullnummern in Rom passieren.

Ein leeres stadion, ein voller kracher

Ein leeres stadion, ein voller kracher

Die Curva Nord bleibt dem Team den vierten Heimspieltag in Folge fern. Die Proteste wegen Ticketpreisen und Vereinspolitik verstummen nicht. Die Spieler laufen vor 0 Zuschauern auf – und trotzdem wird das Monday Night die Saison beider Vereine entscheiden. Für Lazio geht es ums Prestige, für Sassuolo um die Sensation.

Die Bilanz spricht zwar für die Römer – acht Siege in den letzten zehn Pflichtspielen gegen Sassuolo –, doch die Formkurve ist längst umgedreht. Wer am Montagabend das letzte Aufatmen wagt, ist nicht mehr Lazio, sondern das Team aus der Emilia.

Endstand in der Tabelle: Sassuolo könnte mit einem Erfolg auf Platz sieben springen – und Lazio würde sich auf 14. eingraben. Kein Europacup, keine Europa-League, keine Conference. Nur noch ein leeres Stadion und die Frage, wie lange Sarri das aushält.