Köln vor duell gegen union: personalsorgen und taktische entscheidungen
Die Geißböcke stehen vor einer Schlüsselaufgabe im Kampf um den Klassenerhalt. Das Auswärtsspiel gegen Union Berlin am Samstag (15:30 Uhr) bietet dem 1. FC Köln die Chance, einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Bundesliga-Rettung zu gehen. Doch die Personalsituation bereitet Trainer René Wagner Kopfzerbrechen – insbesondere der Ausfall von Isak Johannesson.

Wer ersetzt den isländer im zentralen mittelfeld?
Johannesson sah am Samstag gegen Bayer Leverkusen nach einer unglücklichen Aktion die fünfte Gelbe Karte und muss damit in Berlin fehlen. Für Wagner bedeutet dies eine weitere Zwangsumstellung, nachdem bereits Ragnar Ache langfristig ausfällt. Es stellt sich die Frage: Wer füllt die Lücke im zentralen Mittelfeld neben Eric Martel? Die Auswahl ist dabei groß, die Konstellationen vielfältig. Denis Huseinbasic hatte in Frankfurt bereits die Chance, sich zu beweisen, konnte aber nicht überzeugen. Seine Leistung wurde mit einer Note von 4,5 gewertet, was offensichtlich nicht den Erwartungen des Trainers entsprach.
Tom Krauß, der ebenfalls in Frankfurt in der Startelf stand, zeigte ebenfalls Luft nach oben. Er wirkte neben Martel etwas verloren und konnte seine Qualitäten nicht voll entfalten. Nun stellt sich die Frage, ob Wagner ihm erneut vertrauen wird, oder ob er eine andere Lösung sucht. Die Erfahrung von Krauß könnte in einem so wichtigen Spiel ein entscheidender Faktor sein.
Felipe Chavez könnte zum Überraschungs-Mann werden. Der junge Peruaner hat in den letzten Spielen immer wieder Einsatzzeiten erhalten und zeigte zuletzt gegen Leverkusen eine beachtliche Leistung. Er denkt etwas offensiver als Johannesson und könnte dem FC in Berlin mit seiner Kreativität neue Impulse geben. Seine Freistöße sind zudem eine zusätzliche Waffe. Seine Trainingsleistungen haben Wagner offensichtlich überzeugt.
Die Entscheidung für eines der Trios wird entscheidend sein. Wagner muss abwägen, ob er auf defensivere Stabilität (Krauß) oder auf offensive Kreativität (Chavez) setzt. Eine Doppelsechs aus Martel und Krauß wäre zwar die sicherere Variante, könnte aber dem FC im Angriff etwas fehlen.
Wagner betonte nach dem Spiel gegen Leverkusen, dass seine Mannschaft offensiv agieren werde. „Wenn die Mannschaft so spielt, wird niemand versuchen, defensiv zu spielen“, sagte er. Dies spricht grundsätzlich für Chavez, der durchaus das Potenzial hat, das Spiel zu öffnen und für Gefahr zu sorgen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Chavez bisher noch nicht die Konstanz gezeigt hat, die ein solches Spiel erfordert.
Die Verantwortlichen des FC werden Chavez wohl mit großem Interesse beobachten. Die Option, ihn für eine Summe knapp unter fünf Millionen Euro fest zu verpflichten, könnte sich durchaus anbieten, sollte er sich in den kommenden Spielen als Leistungsträger etablieren. Die Entscheidung von Wagner am Samstag wird zeigen, ob Chavez die Chance erhält, sich zu beweisen und seinen Wert für den FC zu unter Beweis zu stellen.
