Junge eishockeyspieler in der national league: wer setzt wirklich auf die talente?

Die Debatte um den Einsatz junger Spieler in der National League brodelt weiter. Eine neue Analyse der Eiszeiten der U-20-Spieler der letzten fünf Spielzeiten offenbart deutliche Unterschiede zwischen den Teams – und wirft Fragen nach der Zukunft des Schweizer Eishockeys auf.

Die schatten der vermeintlichen top-klubs

Während der EHC Biel-Bienne und der EV Zug offensichtlich auf junge Talente setzen und ihnen regelmässig Eiszeit ermöglichen, kämpfen andere Klubs mit deutlich geringeren Werten. Der HC Lugano beispielsweise liegt mit einem durchschnittlichen Eiszeitanteil von nur 24:02 Minuten pro Saison auf dem letzten Platz. Ein erschreckendes Bild, das zeigt, dass die Bianconeri ihren jungen Spielern kaum eine Chance geben.

Auch beim SC Rapperswil-Jona Lakers und dem HC Ajoie sieht es mau aus. Bei den Lakers kämpfen die U-20-Spieler oft gegen Widerstände, während der HC Ajoie schlichtweg auf keinen einzigen Spieler dieses Jahrgangs setzt – eine Folge des fehlenden eigenen Nachwuchsteams. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und lassen Zweifel aufkommen, ob der Fokus auf die Förderung junger Spieler wirklich im Vordergrund steht.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt ein überraschendes Bild: Der HC Ambri-Piotta profitiert zwar noch von der starken Saison 2023/24, doch insgesamt bewegen sich die Werte hier ebenfalls auf einem niedrigen Niveau. Genève-Servette HC zeigt zwar in dieser Saison eine höhere Einsatzrate junger Spieler, doch die Dominanz eines einzelnen Talents, Simas Ignatavicius, verzerrt das Gesamtbild.

Die lichtblicke und die hoffnung auf die zukunft

Die lichtblicke und die hoffnung auf die zukunft

Es gibt aber auch positive Beispiele. Der Lausanne HC und der HC Fribourg-Gottéron haben in der aktuellen Saison deutlich mehr junge Spieler eingesetzt und damit ihre Position im Ranking verbessert. Besonders in Fribourg ist ein klarer Trend erkennbar: Der Verein setzt wieder vermehrt auf die Jugend, was sich aktuell im Playoff-Halbfinal widerspiegelt. Die ZSC Lions setzen zwar primär auf die GCK Lions, bieten aber dennoch Talenten die Möglichkeit, in der National League zu schnuppern.

Die SCL Tigers investieren in ihre Nachwuchsarbeit und haben mit Nik Lehmann, Mike Aeschlimann und Simon Bär drei U-20-Spieler in der National League etabliert. Doch der wahre Überraschungsmann ist der EHC Kloten, der trotz seiner schwierigen Saison weiterhin auf junge Spieler setzt. Der EHC Biel-Bienne führt die Liste an, mit Niklas Blessing, der fast 670 Minuten Eiszeit erhielt. Jonah Neuenschwander, der jüngste eingesetzte Spieler, deutet eine rosige Zukunft an.

Der EV Zug brilliert nicht nur sportlich, sondern auch in der Integration junger Spieler. Mit einem durchschnittlichen Eiszeitanteil von 6:36 Minuten pro Spiel setzen die Zuger ein klares Zeichen. Diese Investition in die Zukunft könnte sich in den kommenden Jahren auszahlen und das Schweizer Eishockey nachhaltig prägen.

Die Frage, ob die traditionellen Top-Klubs bereit sind, ihren Fokus stärker auf die Förderung junger Spieler zu legen, bleibt offen. Denn die Zahlen zeigen deutlich: Wer heute auf die Jugend setzt, könnte morgen die Früchte ernten – und die Konkurrenz hinter sich lassen.