Gummersbach schnuppert an der champions league: ein wettlauf gegen die zeit?

Der VfL Gummersbach träumt vom europäischen Handball-Parkett – und das nicht zum ersten Mal in der jüngeren Vergangenheit. Nach einer furiosen Saison steht der Verein vor der ungewohnten Frage, ob er tatsächlich in der kommenden Spielzeit in der champions league um die Medaille mitspielen darf. Doch die Verantwortlichen stehen vor einem Problem: Die Reform der Königsklasse wirft mehr Fragen auf als Antworten und gefährdet die Planungssicherheit.

Unsicherheit durch die champions-league-reform

Unsicherheit durch die champions-league-reform

Die geplante Ausweitung der champions league von 16 auf 24 Teams eröffnet der Handball-Bundesliga theoretisch einen zusätzlichen Startplatz. Aber die Vergabe dieser zusätzlichen Plätze ist alles andere als klar geregelt. Neben den Top-Ligen winkt die Vergabe an den Sieger der European League oder sogar als Wildcard für andere Nationen. Das bedeutet: Selbst ein Bundesliga-Team mit einer starken Leistung kann leer ausgehen.

VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler drückt die Verzweiflung vieler Bundesligisten aus: „Das ist verrückt und zeigt das Problem im Handball auf. Wir reden über Professionalisierung und Investitionen, und dann hat man solche Geschichten. Und das ist gefühlt jedes Jahr so.“ Die Unsicherheit über die Qualifikationswege erschwert die langfristige Planung erheblich. Schindler hofft zwar darauf, dass die ersten drei Teams der Bundesliga die Chance erhalten, in der champions league zu spielen, betont aber, dass der dritte Platz in der Bundesliga höher bewertet werden sollte als der Sieg in der European League.

Der Wettkampf um die Plätze Der Kampf um die verbleibenden Champions-League-Tickets wird zwischen Gummersbach, Flensburg und den Füchsen Berlin ausgetragen. Aktuell trennen die Oberbergischen nur zwei Punkte von der SG Flensburg-Handewitt auf dem zweiten Rang. Die Entscheidung wird also spannend.

Schindler betont, dass der VfL sich derzeit auf die sportliche Leistung konzentriert: „Wir beschäftigen uns derzeit mit diesen ganzen Wenn-Dann-Spielchen nicht. Wir wollen die bestmögliche Platzierung für uns rausholen.“ Aber die Ungewissheit bleibt und stellt die Vereine vor eine große Herausforderung.

Die EHF muss schnellstmöglich Klarheit schaffen, um den Bundesligisten eine solide Grundlage für ihre Planung zu bieten. Andernfalls droht ein weiteres Jahr voller Verunsicherung und unnötiger Energieverluste.