Grasshopper club: stille nach dem schock – liga prüft konsequenzen

Zürich – Der Absturz des Grasshopper Clubs Zürich am Ostermontag gegen den FC Sion (0:4) hallt nach. Anstatt die Spieler vor die Mikrofone zu stellen, wie es die Swiss Football League (SFL) vorschreibt, verhängten die Verantwortlichen des Traditionsklubs eine überraschende Schweigepflicht. Ein Schachzug, der nun Konsequenzen haben könnte.

Die gründe für die medien-taktik

Sportchef Alain Sutter begründete die Maßnahme mit dem Schutz der Mannschaft. „Die Jungs sollen jetzt nicht reden, sondern sich auf ihren Job konzentrieren, damit sie am Samstag gegen Winterthur bereit sind“, erklärte er nach der Partie. Sutter und Trainer Gernot Messner waren die einzigen Vertreter des Klubs, die sich der Presse stellten, wobei Sutter betonte, dass Messner auch im nächsten Spiel an der Seitenlinie stehen werde. Ein klares Signal, das jedoch die Richtlinien der SFL missachtet.

Die SFL reagierte prompt. Philippe Guggisberg, Sprecher der Liga, bestätigte eine schriftliche Mahnung an den Grasshopper Club: „Wir haben den Grasshopper Club nochmals schriftlich auf diese vertraglichen Verpflichtungen aufmerksam gemacht mit der Bitte, diese ab sofort wieder einzuhalten.“ Die Vorgaben der Liga sehen vor, dass Vereine nach einem Spiel mindestens einen Spieler und nach Abpfiff zwei Spieler sowie den Trainer für Medienanfragen bereitstellen müssen. Ein Verstoß, der dem angeschlagenen Rekordmeister nun möglicherweise teuer zu werden droht.

Sollte GC gegen diese Vorgaben erneut verstoßen, könnten ernsthafte Sanktionen folgen. Guggisberg ließ durchblicken, dass die SFL im Wiederholungsfall das Gespräch mit dem Klub suchen würde, und als letzte Möglichkeit die Einsetzung der Disziplinarkommission in Betracht ziehen könnte. Die Kommissionsvorsitzenden könnten im Extremfall eine Kürzung der TV-Gelder anordnen – ein schwerer Schlag für die finanzielle Situation des Grasshopper Clubs.

Nicolas Brütsch, GC-Sprecher, versuchte, die Entscheidung zu rechtfertigen: „Der Entscheid wurde getroffen, um unsere Spieler unmittelbar nach Spielende zu schützen und ihnen in einem emotional anspruchsvollen Moment den nötigen Raum zu geben.“ Stattdessen sei die Medienverantwortung auf Sportchef Sutter übertragen worden. Eine Erklärung, die die Situation nicht unbedingt entschärft, sondern eher die Verzweiflung des Klubs unterstreicht. Der Druck auf die Mannschaft und das Management ist immens, und die kommenden Spiele werden zeigen, ob der Grasshopper Club Zürich diesen überstehen kann.

Die frage nach der zukunft

Die frage nach der zukunft

Die aktuelle Situation wirft ein schlechtes Licht auf den Grasshopper Club Zürich. Es bleibt abzuwarten, ob die SFL hart durchgreift und ob der Klub aus Zürich seine Richtlinien einhalten wird. Eines ist jedoch klar: Nach der deutlichen Niederlage gegen Sion und dem ungewöhnlichen Schweigen der Spieler steht der Verein vor einer großen Herausforderung.