Federica brignone: olympiasensation nach schwerer verletzung – ein märchen auf ski
- Federica brignone krönt sich in cortina zur olympiasiegerin im super-g
- Ein comeback für die geschichtsbücher
- „Ich wusste, das war’s mit olympia“
- Dritter wettkampf nach der verletzung
- Eine klasse für sich bei schwierigen bedingungen
- „Es ist unglaublich, es ist verrückt“
- Von den ärzten für ausgeschlossen gehalten
- Ein triumph nach harter arbeit
Federica brignone krönt sich in cortina zur olympiasiegerin im super-g
Mailand Cortina 2026 erleben ihre erste große Sensation! Zehn Monate nach einem mehrfachen Schien- und Wadenbeinbruch sowie einem Kreuzbandriss hat Federica Brignone die Goldmedaille im Super-G gewonnen. Die italienische Skirennläuferin schreibt in Cortina eine olympische Geschichte, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Unter schwierigen Bedingungen und auf einer anspruchsvollen Strecke fuhr sie in einer eigenen Liga.
Ein comeback für die geschichtsbücher
Bereits am Tag der Eröffnungsfeier feierte Brignone ihren ersten großen Erfolg bei den olympischen Heimspielen 2026. Sie trug die Fahne Italiens auf den Schultern von Curling-Star Amos Mosaner. Ihre Teilnahme war vor zehn Monaten undenkbar. Am 4. April 2025 stürzte sie bei den italienischen Skimeisterschaften im Riesenslalom und erlitt einen mehrfachen Bruch von Schien- und Wadenbein sowie einen Kreuzbandriss.

„Ich wusste, das war’s mit olympia“
„Ich habe es sofort knacken gehört und wusste, das Bein ist durch. Mein erster Gedanke war: Das war’s jetzt mit Olympia“, erinnerte sich Brignone. Der Sturz gefährdete nicht nur ihren Olympia-Traum, sondern auch ihre Karriere. „Schon hier zu sein, ist ein Wunder“, sagte sie zu Beginn der Spiele. Trotz starker Schmerzen im lädierten Bein nach den Trainingsläufen biss sie auf die Zähne, um ihre Fans nicht zu enttäuschen.

Dritter wettkampf nach der verletzung
Das Rennen in Cortina war Brignones dritter Wettkampf nach der schweren Verletzung. Sie hatte erst Ende Januar am Kronplatz in den Weltcup zurückgekehrt. Jede Fahrt auf Skiern bereitete ihr Schmerzen. „Seit meinem Sturz ist eigentlich kein Tag vergangen, an dem mir nichts wehgetan hat“, erklärte sie. Trotzdem zeigte sie eine beeindruckende Leistung und wurde Zehnte in der Abfahrt.

Eine klasse für sich bei schwierigen bedingungen
Bei eingeschränkten Sichtverhältnissen und einem anspruchsvollen Kurs war Brignone eine Klasse für sich. Auch die deutschen Medaillenhoffnungen Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher fielen dem Kurs zum Opfer. Mit 35 Jahren wurde Brignone zur ältesten Olympiasiegerin im alpinen Skisport.
„Es ist unglaublich, es ist verrückt“
„Ich hätte niemals gedacht, dieses Rennen zu gewinnen. Ich wollte nicht zu perfekt fahren, sondern einfach die Ski laufen lassen. Ich hatte genau im Kopf, was ich auf der Piste zu tun hatte“, jubelte Brignone. Ihr Bruder Davide Brignone verriet, dass sie nach dem Beinbruch glaubte, nie wieder Athletin sein zu können. Er habe sie immer wieder motiviert, es noch einmal zu versuchen.
Von den ärzten für ausgeschlossen gehalten
Brignones behandelnder Arzt, Dr. Andrea Panzeri, hatte eine Teilnahme an Olympia anfangs für ausgeschlossen gehalten. „Es handelt sich um Monate, bis überhaupt wieder an Skifahren zu denken ist. Möglicherweise auch um ein Jahr“, sagte er. Brignone absolvierte ihre Reha teilweise im Trainingszentrum von Juventus Turin und kämpfte täglich für ihren Traum, ohne zu wissen, ob er realisierbar sei.
Ein triumph nach harter arbeit
Viktoria Rebensburg, Eurosport-Expertin, sah in Brignones Verletzung sogar einen Vorteil: „So verrückt das klingt, aber durch ihre Verletzung hatte sie deutlich weniger Druck.“ Brignone hat im olympischen Super-G das Unmögliche möglich gemacht und vielen Sportlern Mut gemacht, auch nach Rückschlägen weiterzumachen. Tina Weirather nannte ihre Leistung „das größte Wunder, das ich in diesem Sport in den letzten 15 Jahren erlebt habe“.
