Fc zürich setzt auf jugend – zahlt sich das aus?
Der FC Zürich setzt auf eine Strategie, die in der Liga ihresgleichen sucht: Ersetzt die etablierten Kräfte durch junge Schweizer Talente. Während die sportlichen Resultate in dieser Saison noch nicht von dieser Weitsicht zeugen, so deutet vieles darauf hin, dass der Verein langfristig eine wichtige Rolle bei der Entwicklung kommender Nationalspieler einnimmt. Doch wie steht es um die anderen Klubs?

Ein dutzend nachwuchskräfte im zürcher kader
Der FC Zürich hat in dieser Saison bereits ein ganzes Dutzend Spieler, Jahrgang 2004 oder jünger, eingesetzt. Das entspricht der höchsten Anzahl in der Liga, und die jungen Spieler haben insgesamt bereits mehr als 6000 Spielminuten auf dem Platz verbracht. Besonders hervorzuheben ist hier der Mittelfeldspieler Cheveyo Tsawa, der voraussichtlich im kommenden Sommer den Sprung ins Ausland wagen könnte. Seine Leistungen sind beeindruckend und zeigen das Potential der Zürcher Nachwuchsförderung.
Im krassen Gegensatz dazu steht der FC Lugano. Hier darf lediglich ein einziger junger Schweizer Spieler überhaupt in der laufenden Saison Einsatzzeit sammeln. Eine klare Ansage: Der Erfolg soll bei den Bianconeri nicht auf einheimischen Talenten aufgebaut werden. Das ist ein riskantes Spiel, das langfristig wenig Erfolg verspricht.
Interessant ist der Rückgang bei den jungen Spielern des FC Luzern. Rund 9000 Spielminuten weniger als in der Vorsaison. Das liegt jedoch nicht daran, dass man dem Kader der letzten Saison schlichtweg nicht mehr vertraut. Vielmehr haben Leistungsträger wie Pascal Loretz das Alter erreicht, in dem ihre Einsatzzeiten nicht mehr in die Statistik einfließen, da sie nicht mehr als U21 gelten.
Ein Lichtblick ist die Entwicklung beim FC St.Gallen. Während in der Vorsaison nur vereinzelte Minuten an Schweizer Nachwuchstalente gingen, stehen die Espen nun mit 4470 Minuten für U-21-Schweizer an dritter Stelle. Alessandro Vogt hat sich hier beispielsweise so stark ins Rampenlicht gespielt, dass er in der nächsten Saison für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga auflaufen wird. Ein Beweis dafür, dass gezielte Förderung Früchte trägt.
Während der FC Zürich und St.Gallen mutig auf junge Spieler setzen, klammern sich andere Klubs an bewährte Kräfte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der FC Zürich investiert in die Zukunft, während andere Klubs sich auf die Gegenwart konzentrieren. Ob diese Strategie langfristig aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Aber eines ist klar: Die jungen Spieler des FC Zürich haben die besten Voraussetzungen, um sich zu entwickeln und eines Tages die Schweizer Nationalmannschaft zu verstärken. Und das ist mehr wert als ein kurzfristiger sportlicher Erfolg.
