Europameisterschaft 2032: uva mahnt zur eile – milano und neapel im fokus

Rom – Der italienische Fußball steht vor einer Zäsur. Angesichts der bevorstehenden Europameisterschaft 2032 warnt Michele Uva, Executive Director der UEFA, eindringlich vor Nachlässigkeit bei der Modernisierung der Stadien. Seine Worte, die auf Äußerungen von UEFA-Präsident Ceferin zurückgehen, hallen in der Branche nach und werfen Fragen nach der Ernsthaftigkeit der Bemühungen auf.

Die bittere wahrheit: italien hinkt hinterher

Die bittere wahrheit: italien hinkt hinterher

Ceferins Kritik, die italienische Stadien als zu den schlechtesten Europas bezeichnete, ist unmissverständlich. Uva bestätigt diese Einschätzung, betont aber, dass die Arbeit in vollem Gange sei. „Er hat Recht, und es ist eine klare Botschaft“, so Uva. „Wir arbeiten intensiv und bin überzeugt, dass Italien die EM mit seinen fünf Stadien austragen wird.“ Allerdings sind die Bedenken real. Besonders die Projekte in Mailand und Neapel stehen unter Beobachtung.

Das größte Fragezeichen markiert das neue Stadion in Mailand. Inter und Milan haben der UEFA vor 15 Tagen einen Zeitplan vorgelegt, doch eine Verzögerung könnte fatale Folgen haben. Uva ließ keinen Zweifel: „Wenn Mailand das neue Stadion nicht schafft, werden wir das Turnier ohne Milano austragen.“ Ähnlich kritisch sieht es in Neapel aus, wo die Stadien ebenfalls die UEFA-Standards erfüllen müssen.

Ein nationales Projekt: Mehr als nur Stadien

Doch die EM 2032 ist mehr als nur eine Frage der Stadien. Uva betont die Notwendigkeit, ein ganzheitliches System zu schaffen. „Es geht um Infrastruktur, Mobilität, Nachhaltigkeit, Zugänglichkeit, Bildung und Förderung. Man muss ein ganzes Land aktivieren.“ Eine Studie von Ernst & Young, die zwischen FIGC und UEFA zirkuliert, listet alle verfügbaren Finanzierungsquellen auf, um die notwendigen Investitionen zu sichern.

Minister Abodi verteidigte die italienische Herangehensweise: „Die Entwicklung der Infrastruktur wurde nicht durch private Initiativen, sondern durch staatliche Unterstützung vorangetrieben. Mailand ist ein leuchtendes Beispiel dafür.“ Er betonte zudem die Bedeutung der bevorstehenden Präsidentenwahlen im italienischen Fußballverband und plädierte für klare Regierungsstrukturen. „Wir brauchen Regeln, die Entscheidungen ermöglichen.“

Giovanni Malagò, Kandidat der Serie A für das Präsidentenamt, mahnte: „Die Politik muss sich um den Fußball kümmern – und zwar aktiv. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit, aber Respekt ist das Wichtigste.“ Er kündigte an, sich verstärkt auf junge Talente zu konzentrieren. „Ein ehemaliger Spieler im Team? Das ist ein Mehrwert.“

Die EM 2032 bietet Italien eine seltene Chance, seine Infrastruktur zu modernisieren und seine internationale Glaubwürdigkeit zu stärken. Doch die Zeit drängt, und die Augen der UEFA sind auf die Fortschritte in Mailand und Neapel gerichtet. Nur mit vereinten Kräften und schnellem Handeln kann Italien die Herausforderung meistern und ein unvergessliches Turnier ausrichten.