Digitaler schadensfall: versicherung muss ab 2026 umstellen

Endlich eine Änderung, die Autofahrer kaum spüren werden, aber die Branche umkrempelt: Ab dem 8. April 2026 müssen Versicherungen das digitale Schadensformular (Cai, auch bekannt als Cid) anbieten. Das bedeutet nicht, dass das altbewährte Papierformular verschwindet – ganz im Gegenteil, Autofahrer können weiterhin die bewährte, wenn auch manchmal umständliche, Papierversion nutzen.

Ein jahr zeit zur anpassung – was ändert sich für autofahrer?

Die Umstellung ist das Ergebnis des Reglements Ivass Nummer 56, das den Versicherungen bereits im April 2025 ein Jahr Zeit zur Anpassung eingeräumt hat. Die gute Nachricht: Für Autofahrer ändert sich im Grunde genommen wenig. Sie behalten die Wahl, ob sie ihren Schaden per Smartphone, Computer oder eben weiterhin auf Papier melden. Die Digitalisierung betrifft primär die Versicherungen selbst, die nun verpflichtet sind, das digitale Formular anzubieten.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Schnellere Bearbeitungsprozesse, geringere Kosten für die Versicherungen und vor allem ein verbesserter Schutz vor Betrug. Die digitale Form wird über eine Software für mobile Geräte und Webbrowser zugänglich sein und ermöglicht eine einfache und schnelle Schadensmeldung. Die Möglichkeit, weiterhin das Papierformular zu nutzen, ist ein wichtiges Signal, das die Bedürfnisse aller Autofahrer berücksichtigt, auch jener, die weniger vertraut mit digitalen Technologien sind, wie Luigi Mercurio, Präsident der italienischen Vereinigung der Sachverständigen (Aiped), betont.

Aber es gibt noch mehr: Laut Experten könnten die digitalisierten Prozesse langfristig sogar zu günstigeren Versicherungsprämien führen. Und nicht zu vergessen der ökologische Aspekt: Weniger Papierverbrauch – jedes Papierformular besteht aus vier autocopierenden Blättern chemischer Papierqualität!

Die Erfahrungen des Vorjahres zeigen, dass Betrug im Schadensbereich ein ernsthaftes Problem darstellt. Im Jahr 2024 waren bereits 1,5 Millionen Italiener Opfer von Versicherungsbetrug geworden. Das digitale Format ermöglicht es, Daten mit fortschrittlichen Technologien zu analysieren und Fehler sowie Unstimmigkeiten leichter zu erkennen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Betrug und zur Sicherstellung fairer Versicherungsprämien für alle.

Die digitale Schadensmeldung ist allerdings nur bei „einfachen“ Unfällen mit geringfügigen Auswirkungen auf Personen möglich. In komplexeren Fällen bleibt die traditionelle Schadensmeldung weiterhin die erste Wahl.

Ein schritt in die richtige richtung, aber ohne druck

Ein schritt in die richtige richtung, aber ohne druck

Die Digitalisierung des Schadensformulars ist ein logischer Schritt, der die Effizienz der Versicherungsbranche verbessern und den Schutz vor Betrug erhöhen soll. Dabei wird jedoch nicht vergessen, dass nicht alle Autofahrer gleichermaßen technikaffin sind.