Chingotto und galan brechen den fluch: asturien-coup gegen coello/tapia
Fünf Niederlagen in Serie, dann der perfekte Zeitpunkt: Federico Chingotto und Ale Galan haben im P2 von Asturien das Machtgefüge im Herren-Padel aufgerissen und Arturo Coello sowie Agustín Tapia nach 74 Tagen Dominanz bezwungen. Der 7:5, 7:6-Knaller am Sonntagabend wirft Fragen auf, ob die Saison 2026 doch offener wird als erwartet.
Tapia patzt an der linken diagonalen
Die Bilder sahen seltsam aus: Tapia, sonst Unhold am Netz, verpasste drei Smash-Bälle in Folge, als Galan mit der Vorhand durch die Mitte donnerte. Coello blieb stumm, die 5:6-Führung im ersten Satz war weg. Im Tiebreak ging Tapia erneut in die Knie – diesmal an der Rückhand-Parallel, die er sonst im Schlaf trifft. Chingotto, der leise Lenker, spielte nur zwei unerzwungene Fehler in 48 Minuten. Die Statistik: 68 % Erfolgquote an der Netzlinie für die neuformierte Paarung, 52 % für die Weltranglistenersten.
Die Asturien-Halle war ein Kessel. 3.200 Zuschauer schlugen in die Plexiglas-Wände, als Galan den Matchball mit dem Aufschlag-Tod ins Kreuz nagelte. Coello warf den Schläger nicht, aber seine Blicke sprachen Bände. „Wir haben sie schlafen lassen“, sagte er hinterher, „und das war ein Fehler.“

Triay und brea stoppen den trendsetter-traum
Im Damen-Finale zerstörten Gemma Triay und Delfi Brea den zweiten Titeltraum von Andrea Ustero und Ari Sánchez. Nach dem 6:4, 6:7, 6:3 drehten die FIP-Ranglistenersten im neunten Game den entscheidenden Break – und das, obwohl Ustero mit ihrer Slice-Rückhand ganze Sektionen leer räumte. Der Unterschied lag im zweiten Aufschlag: Triay gewann 71 % der Punkte, wenn sie den weichen Kickers ins T-Feld platzierte. Die Partie dauerte 2:18 Stunden, länger als jedes Frauenmatch dieser Saison.
Die Siegerehrung fiel demütig aus: Brea wischte sich Tränen weg, Triay hob die Hand zur Tribüne, wo ihre Mutter sitzt – erstmals seit 18 Monaten wieder auf europäischem Circuit. Die Spanierinnen haben jetzt 17 Turniere in Folge ohne Niederlage gegen Sanchez, eine Serie, die 2023 begann.

Die machtfrage bleibt offen
Die Premier-Padel-Saison pausiert nun zweieinhalb Wochen, bevor das Feld nach Cancún reist. Dort könnte Coello/Tapia Revanche nehmen – oder Chingalan legt den zweiten Sieg nach. Die FIP-Weltrangliste ist nach Asturien noch eng verzahnt: 200 Punkte trennen Platz eins von Platz drei. Die Botschaft ist klar: Wer glaubt, das Jahr sei schon entschieden, wird in Mexiko erneut auf den Court geschickt.
