Azmoun-debatte eskaliert: star fehlt iran bei der wm!

Schwerer Schlag für den Iran bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft: Sardar Azmoun, einst gefeierter Bundesliga-Profi und drittbester Torschütze des Landes, gehört nicht zum Kader von Trainer Amir Ghalenoei. Die Entscheidung löst eine hitzige Debatte aus und wirft ein schlechtes Licht auf die Verhältnisse im iranischen Fußball.

Ein foto, das eine nation spaltete

Die Gründe für den Ausfall des 31-jährigen Stürmers sind alles andere als fußballerisch. Im März wurde Azmoun bereits aus dem Kader gestrichen, doch die jüngsten Ereignisse haben die Situation weiter verschärft. Ein Foto, das Azmoun mit dem Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate zeigte – einem Land, das enge Beziehungen zu den USA pflegt und im Konflikt mit dem Iran steht – entfachte einen Sturm der Kritik in iranischen Staatsmedien. Vorwürfe des Verrats wurden laut. Die Thematik ist brisant, da die politischen Spannungen zwischen dem Iran und den USA eine erhebliche Rolle spielen.

Ein Vizepräsident plädierte noch für eine Rücknahme, betonte die Verbundenheit zwischen den Iranern und forderte, Azmouns „Zeichen dieser Verbundenheit“ nicht zu übersehen. Doch seine Worte blieben ungehört. Azmoun selbst versuchte, die Situation zu entschärfen, erklärte auf Instagram, er sehe sich als „Sohn Irans“ und seine Identität, sein Herz und sein Stolz gehörten dem Iran – unabhängig davon, wo er Fußball spiele. Eine Geste, die offenbar nicht ausreichte, um die Wogen zu glätten.

Eckert ayensa steht vor dem debüt

Eckert ayensa steht vor dem debüt

Für Azmoun rückt nun Dennis Eckert Ayensa in den Kader. Der in Bonn geborene Angreifer, der seine fußballerische Ausbildung beim 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach genoss und aktuell für Standard Lüttich spielt, steht damit vor seinem ersten Einsatz für die iranische Nationalmannschaft. Ein Novize in einer entscheidenden Phase.

Der Iran befindet sich weiterhin in der Wartephase: Die Visa für die Einreise in die USA, wo die Weltmeisterschaft stattfindet, sind noch nicht erteilt. Die Aufgabe wird dadurch noch komplizierter. In Gruppe G trifft das Team ab dem 15. Juni auf Neuseeland, Ägypten und Belgien. Der Ausfall eines Spielers von Azmouns Format wird eine erhebliche Schwächung darstellen. Ob die Mannschaft ihre Ziele trotz dieser Widrigkeiten erreichen kann, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung, Azmoun aus dem Kader zu streichen, wirft Fragen nach der politischen Einflussnahme auf den iranischen Fußball auf. Es ist ein trauriger Beweis dafür, wie zerbrechlich die Balance zwischen Sport und Politik sein kann – und wie ein einziges Foto eine Karriere und eine Nation spalten kann.