Andrich besiegt dortmund – und die eigenen dämonen

Robert Andrich schoss Bayer 04 in die Champions-League-Ränge, traf zum 1:0 bei Borussia Dortmund und bewies: Seine Tore sind noch immer ein Siegversprechen. 20 Bundesliga-Treffer, kein einziges Mal verloren – diese Zahl jagt Gegnern Angst ein.

Ein schuss, drei punkte, ein statement

Der Kapitän stand 23 Meter vor dem Tor, fing einen Bensebaini-Pass ab und zog sofort ab. 120 km/h, links unten, Gregor Kobel ohne Chance. „Wenn ich treffe, gewinnen wir“, sagte Andrich nach Abpfiff. Die Statistik gibt ihm recht: zwölf Siege, acht Remis, kein Verlust. Sein Treffer war zugleich die Antwort auf Wochen voller Kritik, Platzverweise und Nationalmannschafts-Aus.

Die Saison des 31-Jährigen liest sich wie ein Krimi: Umbruch, Binde, Zweifel, Rauswurf aus dem Kader, Rückkehr, neue Fehler. Gegen Union verursachte er das 0:1, gegen Bayern das 1:1, gegen Heidenheim den Strafstoß zum 3:3. Die Kurve schien nach unten zu zeigen – bis Dortmund. Dort lieferte er sein zweites Top-Spiel innerhalb von drei Monaten, beide Male im Signal-Iduna-Park.

Leverkusen nutzt dortmund als sprungbrett

Leverkusen nutzt dortmund als sprungbrett

Mit dem Auswärtssieg springt Bayer auf Rang fünf, nur noch ein Punkt trennt das Team von Platz vier. Die direkten Duelle gegen Stuttgart und Leipzig kommen noch. „Wenn wir die gewinnen, spielen wir Champions League“, formuliert Andrich knapp. Er selbst will die Binde nicht mehr als Last sehen: „Mir ist egal, was draußen steht. Entscheidend ist, was im Kader passiert.“

Das nächste Spiel folgt sofort: FC Augsburg, heimische BayArena. Dort will Andrich beweisen, dass sein Tor kein einzelner Lichtblick bleibt, sondern der Startschuss für einen Lauf, der Leverkusen wieder nach oben und ihn selbst zurück in die Nationalmannschaft führt. Die Geschichte kennt er inzwischen auswendig: Tief, Hoch, Tief – und wieder Hoch. Nur die Zahlen lügen nie. Wenn Andrich trifft, geht Bayer nicht unter.