Adeyemi-poker: bvb riskiert millionengewinn?
Dortmund – Die Verhandlungen ziehen sich hin, die Nerven liegen blank: Karim Adeyemi könnte Borussia Dortmund verlassen, ohne einen Cent Ablöse zu generieren. Während die Bosse des BVB öffentlich entspannt wirken, brodelt hinter den Kulissen um die Zukunft des deutschen Nationalspielers. Ein ablösefreier Abgang im Sommer 2027 ist das Worst-Case-Szenario, das der Verein um jeden Preis vermeiden will.

Die vorstellungen liegen weit auseinander
Sportdirektor Ole Book und Sportvorstand Lars Ricken räumten in einem gemeinsamen Interview mit der Sport Bild ein, dass die Verhandlungen mit Adeyemi ins Stocken geraten sind. „Jede Partei hat ihre Vorstellungen“, so Ricken, was in Vertragsverhandlungen keineswegs ungewöhnlich sei. Doch die Diskrepanz scheint in diesem Fall größer zu sein als üblich. Adeyemi, der in der vergangenen Saison in 39 Pflichtspielen zehn Tore erzielte und sechs Assists verteilte, dürfte sich einen deutlichen Aufwertungsbonus erhoffen, während der BVB offenbar einen gemäßigteren Ansatz verfolgt.
Ein WM-Fehlstart für Adeyemi? Die Nicht-Nominierung für den deutschen WM-Kader könnte für Adeyemi ein Nachteil sein. Er verpasst die Chance, sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren und seinen Marktwert zu steigern. Book bedauerte die Entscheidung des DFB: „Wir sind der Meinung, dass er der Mannschaft sicher hätte helfen können.“
Doch Ricken sieht die Situation pragmatisch: „Die Stärken unserer Spieler sind allen Vereinen in Europa bewusst, auch die von Karim Adeyemi.“ Das bedeutet, dass Dortmund nicht in Panik geraten muss und Adeyemys Wert nicht zwangsläufig von einer starken WM-Performance abhängt. Die Verhandlungen sollen auch in der Sommerpause fortgesetzt werden, um eine Einigung zu erzielen, bevor der Vertrag im Sommer 2027 ausläuft.
Die Uhr tickt für den BVB. Ein ablösefreier Abgang von Adeyemi würde nicht nur einen sportlichen Verlust bedeuten, sondern auch einen finanziellen Schlag für den Verein. Die Frage ist, ob Dortmund bereit ist, die Forderungen des Spielers zu erfüllen, um ihn langfristig an den Verein zu binden. Denn die Konkurrenz wird nicht schlafen.
