Thw kiel schließt den kreis: büchner kommt, makuc übernimmt das ruder
Es ist vollbracht. Mit Vincent Büchner hat der THW Kiel die letzte Lücke im Kader für die Saison 2026/27 geschlossen – und damit ein Puzzle vollendet, das schon seit Monaten die Szene beschäftigt. Der Linksaußen wechselt vom ThSV Eisenach an die Förde, übernimmt den Platz von Magnus Landin, der nach Dänemark zurückkehrt. Doch das ist nur ein Teil des großen Umbaus.
Filip jicha baut sich ein neues gesicht
Während andere Klubs noch mit kurzfristigen Lösungen improvisieren, arbeitet der Rekordmeister bereits am Langfristigen. Trainer Filip Jicha bekommt zwei neue Rückraum-Stars, die das Spiel neu definieren sollen: Domen Makuc und Julian Köster. Beide sind 2000er-Jahrgänge, beide sind verpflichtet, beide sollen bis 2030 die Zukunft des THW prägen. Makuc kommt aus Barcelona, Köster aus Gummersbach – ein Wechsel, der nicht nur sportlich, sondern auch psychologisch wirkt. Jung, hungrig, deutsch.
Dabei hätte es fast anders kommen können. Bence Imre zog eine Ausstiegsklausel, Mykola Bilyk zieht es in die Schweiz, Petter Överby sagt öffentlich: „Kiel ist keine Option mehr.“ Drei Abgänge, die für sich genommen schmerzen. Doch der THW reagiert nicht mit Panik, sondern mit Plan. Jarnes Faust kehrt aus Lemgo zurück, Tobias Dengler rückt aus der Jugend auf. Es ist ein Mosaik aus Vertrauen und Vision.

Duvnjak bleibt – mit krücken, aber mit herz
Und dann ist da noch Domagoj Duvnjak. Der Kroate, 37 Jahre alt, Spielmacher, Legende. Nach dem letzten Heimspiel 2025 verkündete er in seiner traditionellen Weihnachtsansprache: „Vielleicht werde ich mit Krücken kommen, aber ich bleibe noch ein Jahr.“ Es war keine Show, es war ein Statement. Duvnjak verlängert bis 2027 – nicht als Symbolfigur, sondern als strategische Konstante in einem Umbruch, der sonst radikal wäre.
Die Zahlen sprechen für sich: fünf Neue, fünf Weggehende – ein Kompletttausch auf Papier, der in Wahrheit ein Kalkül ist. Der THW Kiel baut nicht nur um, er baut nach vorne. Mit einem Durchschnittsalter, das sinkt, mit einem Spielstil, der sich wandelt, mit einem Kader, der sich selbst überholen will.
Und während die Liga noch über die Konkurrenzfähigkeit der Zebra-Maschine debattiert, ist eines bereits jetzt klar: Der THW Kiel hat sich nicht nur verjüngt – er hat sich positioniert. Für die Zeit nach Duvnjak. Für die Ära Makuc. Für eine Saison, die längst begonnen hat, auch wenn der erste Ballwurf noch ein Jahr entfernt ist.