Thw kiel: ein imperium aus stahl – so wurde die nullnummer zur legende
Vor 14 Jahren schrieben die Handballer des THW Kiel Sportgeschichte. Nicht einfach nur Geschichte, sondern eine Sensation, die den deutschen Sport nachhaltig prägte: 68:0 Punkte. Eine Bilanz, die bis heute in Ehrfurcht erstarren lässt und den Grundstein für eine Ära unangefochtenen Dominanz legte.

Die demütigung von hamburg als initialzündung
Doch der Weg zur Perfektion war keineswegs geradlinig. Die Saison zuvor, 2010/11, hatte eine bittere Pille für die Zebras bereithalten. Die klare Niederlage gegen den HSV Hamburg hatte tief sitzende Wunden hinterlassen und den unerbittlichen Willen entfacht, zurück auf den Thron der deutschen Handball-Szene zu steigen. Alfred Gislason, damals noch Coach in Kiel und heute Bundestrainer, nutzte diese Erfahrung als Katalysator für eine beispiellose Entwicklung.
Die Fabelbilanz von 68:0 Punkten wurde nicht über Nacht erschaffen. Es war das Ergebnis harter Arbeit, taktischer Finesse und einer unbändigen Siegeshungr. Filip Jicha, der später als Trainer die Norddeutschen übernahm, brachte es auf den Punkt: „Diese Mannschaft war die beste, die es je gab.“ Und tatsächlich, die Konkurrenz wurde förmlich von der Platte gefegt. Neun Tore im Schnitt – das ist eine Aussage für sich. Selbst die beeindruckende Vorstellung des TBV Lemgo, der zuvor mit 36:0 Punkten einen Startrekord gehalten hatte, wurde mühelos pulverisiert.
Ein Party-Marathon für die Ewigkeit Der letzte Spieltag der Bundesliga-Saison 2011/12, der 39:29-Sieg gegen den VfL Gummersbach, löste einen Ausbruch ungezügelter Freude aus. Die Spieler feierten stundenlang mit ihren Fans, ein Bad in der Menge, das unvergesslich in Erinnerung blieb. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Meisterbrunch im Kieler Rathaus, vor dem sich bereits 15.000 Fans versammelt hatten, um ihre Helden zu ehren.
Das Triple – Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League – krönte eine Saison, die ihresgleichen sucht. Drei Spiele wurden lediglich mit einem knappen Vorsprung von drei Toren entschieden; in allen anderen Partien demonstrierte Kiel seine Überlegenheit. Die Siege waren nicht nur zahlreich, sondern auch überzeugend. Die Kombination aus taktischer Brillanz, individueller Klasse und einem unbändigen Siegeswillen machte den THW Kiel zu einer unaufhaltsamen Macht.
Die Nullnummer ist mehr als nur eine Zahl. Sie ist ein Symbol für Perfektion, für unbändige Leidenschaft und für den unbedingten Willen zum Erfolg. Ein Vermächtnis, das die Handball-Geschichte für immer prägen wird. Und während andere Vereine nach Rekorden streben, bleibt die Saison 2011/12 des THW Kiel ein unerreichtes Maß – ein Mythos, der in den Annalen des deutschen Sports für immer festgehalten ist.
