Thüringer hc fegt durch den transfermarkt: acht neue sollen den club zerreißen lassen
Acht neue Gesichter, ein neues Gesicht. Der Thüringer HC hat in der Handball-Bundesliga der Frauen nicht einfach umgebaut – er hat abgerissen und neu gegründet. Wer dachte, Platz vier reiche als Saisonziel, irrt. Hier wird für die Spitze gezielt, und zwar mit Tempo.
Sabrina Tröster kommt. 19 Jahre, Linkshänderin, 1,63 Meter klein, riesiges Selbstvertrauen. Die Nationalspielerin wechselt von der TuS Metzingen und soll auf dem rechten Flügel für Durchbrüche sorgen. Ihre Debüt-Tore gegen Frankreich haben gezeigt: Sie tritt nicht an, sie tritt ein.
Jolina huhnstock kehrt heim und bringt nationalteam-erfahrung mit
Die Kreisläuferin war schon einmal da. Beim THC lernte sie Handball, jetzt kehrt sie zurück – reifer, schneller, mit Nationalteam-Cappe. 2024 debütierte sie gegen Norwegen, dem Inbegriff europäischer Handball-Macht. Ihre Aufgabe: das Zentrum stabilisieren und jungen Wilden wie Tröster Rückendeckung geben.
Levke Kretschmann und Teresa von Prittwitz folgen ihr vom Buxtehuder SV. Zwei 25-jährige Leistungsträgerinnen, eine Allrounderin, eine Linksaußen. Beide kennen die Liga, beide kennen den Druck. Ihre Koffer stehen noch in Niedersachsen, ihre Köpfe schon in Thüringen.
Doch der Blick geht weiter. Ungarns Nachwuchshoffnung Luca Csíkos kommt per Leihe aus Budapest, brasilianische Kreisläuferin Marcela Arounian vom französischen Saint-Amand. Ägyptens beste Torhüterin, Maie Gomaa, wechselt aus Polen – 1,83 Meter, 30 Jahre, klare Ansage. Sie will nicht nur halten, sie will dominieren.

Isländische abwehr-ikone hagalin soll die deckung neu ordnen
Trainer Herbert Müller schwärmt von Alfa Brà Oddsdóttir Hagalin wie von einem Schatzfund. „20 Jahre, schon Leader der isländischen Defensive“, sagt er und klingt dabei wie ein Fan, nicht wie ein Coach. Sie kommt von Fram Reykjavik und soll das Abwehrzentrum formen, das in der Vergangenheit wackelte. Kein Projekt, sofortige Verpflichtung.
Der Klub spielt am Sonntag im Viertelfinale der EHF European League bei Nykøbing Falster. Dänemark, Pokal, Druck – ein idealer Prüfstein für die neue Truppe. Ob alle Neuen schon spielberechtigt sind, bleibt offen. Die Botschaft ist klar: Die Zukunft beginnt jetzt, nicht in der Vorbereitung.
Oben in der Liga tobt der Zweikampf: Borussia Dortmund gewann 33:32 in Göppingen, HSG Blomberg-Lippe antwortete mit 30:21 gegen Oldenburg. Der THC will nicht zusehen, er will eingreifen. Mit acht neuen Spielerinnen, einem neuen Kader und einem alten Ziel: die Spitze. Wer jetzt noch von Platz vier spricht, hat die Kurve verpasst.
