Thun bricht 13-spiel-serie – lustrinelli feiert die niederlage
Die Serie ist gerissen, und der Trainer lacht. Nach 13 Partien ohne Pleite unterliegt der FC Thun beim FC Zürich mit 1:2 – doch Mauro Lustrinelli sieht im ersten Saisonverlust seit 99 Tagen eine Psychologische Weiterentwicklung. „Die Mannschaft ist das Verlieren nicht mehr gewohnt“, sagt er und klingt, als habe sein Team gerade gewonnen.

Lustrinelli nutzt die niederlage als lehrstück
Die Zahlen sprechen trotzdem für Thun: 15 Punkte Vorsprung auf St. Gallen, acht Spieltage vor Schluss, 39 geschossene Tore in der Rückrunde. Der Meistertitel ist so sicher wie das Matterhorn. Doch der Coach denkt an die Playoffs. „Wir haben in den ersten 20 Minuten zwei Tage gebraucht, um zu verstehen, dass Zürich keine Rolloff-Figur ist“, sagt Lustrinelli. Die beiden Kopfballtore nach Flanken waren vermeidbar – und genau das macht sie wertvoll.
In der Kabine herrschte nach dem Abpfiff Stille, nicht Frust. „Das ist die Ruhe von Jungs, die sich selbst neu erkennen“, analysiert der 44-Jährige. Seine Spieler hatten vergessen, wie sich Niederlage anfühlt; jetzt wissen sie es wieder. Der Effekt: eine Art Impfung gegen Playoff-Panik. Denn wer nie fällt, lernt nicht aufzustehen – und im Mai zählt nur, wer nach einem Rückschlag sofort zurückschlägt.
Die Berner Kantonsdelegierung dominiert diese Woche die Team-of-the-Runde-Auswahl, doch der Blick richtet sich bereits auf das Cup-Halbfinale. Dort erwartet Thun möglicherweise erneut Zürich. Lustrinelli hat seinen Jungs schon die Hausaufgabe aufgegeben: „Verteidige die zweite Flanke wie deine PlayStation.“ Die Serie ist tot, die Lektion gebucht – und der Titel trotzdem nur noch Formsache.
