Thrastarson jagt gidsel: 121 assists, 101 tore, eine liga in ekstase

Haukur Thrastarson wirft den Ball nicht, er deponiert ihn. 121 Mal hat der Rhein-Neckar-Rechtsaußen einen Kollegen blank stehen sehen – und sofort bedient. Nach 23 Spieltagen führt die Daikin Bundesliga damit ein kleines, isländisches Wunder an der Kette: Thrastarson vor Gisli Kristjansson vor Mathias Gidsel.

Die 100-marke ist passé, der kampf beginnt erst

Gidsel knackte die magische Schwelle am vergangenen Wochenende, doch das reicht nur für Rang drei. Dahinter lauern Jacob Lassen und Marian Michalczik mit 93 bzw. 89 Vorlagen – zwei Zahlen, die beweisen, wie sehr sich die Liga in diesem Jahr um Tempo und Übersicht dreht. Kein Club kommt ohne mindestens einen Spieler in den Top-25 aus; selbst der Tabellenletzte liefert Assists im Sekundentakt.

Die Statistik lügt nicht, aber sie erzählt auch nicht alles. Thrastarson etwa gewinnt nur 48 % seiner Zweikämpfe, trotzdem bleibt sein Blick für die Lücke unerreicht. Kristjansson wiederum spielt fast sieben Minuten mehr pro Partie als Gidsel – und dennoch fehlen ihm 17 zwingende letzte Pässe auf den Weltmeister. Die Differenz klingt nach wenig, ist in einer Saison aber die Summe aus zwei kompletten Spieltagen.

Warum berlin trotzdem lacht

Warum berlin trotzdem lacht

Die Füchse verloren in dieser Woche erstmals zweimal in Folge, dennoch steht Gidsel vor einer Bestmarke: Kein Rechtsaußen der Liga je kombinierte 30 Treffer und 100 Assists nach 24 Spieltagen. Addiert man die Tore, die Gidsel selbst erzielt hat, kommt er auf 201 direkte Punktbeteiligungen – mehr als jeder andere Feldspieler. Berlin hat also zwei Probleme: Die Abwehr leckt, aber der Weltspieler liefert. Daran wird auch die nächste Niederlage nichts ändern.

Die Jagd geht weiter. Am Freitag empfangen die Löwen die SG Flensburg-Handewitt – Simon Pytlick liegt mit 72 Assists gleichauf auf Rang sieben. Ein Duell auf Biegen und Brechen, denn Thrastarson will seine Führung ausbauen, während Pytlick ins Top-Five-Rennen einziehen könnte. Die Fans erwarten nicht einfach Tore, sie erwarten Vorlagen in Serie. Die Liga liefert, die Königsklasse leuchtet – und die Zahlen werden weiter ticken, Spieltag für Spieltag.