Thioune zündet die frühjahrsoffensive: bremen will vorzeitig den klassenerhalt sichern
Zwei Siege, ein Frühjahrsgespür und ein Pflänzchen, das endlich treibt – beim SV Werder Bremen glauben sie wieder an das schnelle Ende des Abstiegsdramas. Daniel Thioune spart mit Versprechungen, doch der 49-Jährige schickt seinen Klub mit Vollgas in die Englische Woche.
Die talfahrt ist gestoppt, der zaun ist im bau
Die Zahlen sind hart: 13 Pflichtspiele ohne Sieg, Platz 17 vor drei Wochen, das 1:2 in St. Pauli als vorläufiger Tiefpunkt. Thioune beschrieb den Druck damals als „unfassbar groß“. Die Reaktion folgte auf dem Platz: 2:0 gegen Bochum, 3:1 in Augsburg, sechs Punkte, Platz 13. Die Bremer haben Luft, aber noch keine Brille auf der Nase. „Wir benötigen definitiv noch Punkte“, sagt der Trainer und schiebt die Tabelle bewusst beiseite: „Ich weiß gar nicht, wo wir gerade stehen.“
Die Spieltagsfrischluft kommt ihm zugute. Mainz kommt am Sonntag (15.30 Uhr), danach folgt Wolfsburg – zwei direkte Konkurrenten. Thioune nimmt die Termine wie warme Brotchen aus dem Ofen: „Wir wollen diese Spiele natürlich gewinnen.“ Das klingt einfach, ist aber ein Kurswechsel. Die Devise ‚nicht verlieren‘ gilt nicht mehr. Der Coach will sich „eines Besseren belehren lassen“ und vor dem 34. Spieltag schon rechnerisch über dem Strich stehen.

Pflänzchen statt pauken: die metapher macht die liga unsicher
Thioune liebt Bilder. Nach dem Absturz sprach er vom „zarten Pflänzchen“, das einstürzen könne. Mittlerweile wächst daraus ein „stabiler Stamm“, den seine Mannschaft bis Mai ernten will. Die Frühlingssonne ist längst ein Teil des Trainingsplans. „Das hilft uns ein wenig“, sagt er, „aber es gehört ganz viel Arbeit dazu.“ Die Wagenburg steht, der Zaun ist im Bau, die Gegner sollen draußen bleiben.
Die Spieler spüren die Lockerheit. Keiner redet mehr vom Abstieg, alle reden über Mainz. Thioune blockt Rechenspiele ab, weil sie „keinen Sinn“ machen. Er erinnert stattdessen an die 13 Spiele ohne Dreier. „Eine Mannschaft, die so lange nicht gewonnen hat, sollte sich nicht sicher wähnen.“ Die Warnung ist klar: Wer zwei Mal gewinnt, darf noch lange nicht jubeln.
Am Osterdeich atmen sie trotzdem auf. Die Uhr tickt nicht mehr ganz so laut. Wenn Bremen gegen Mainz erneut trifft, wackelt das Pflänzchen nicht mehr – es beginnt zu blühen. Dann könnte der Frühling doch noch vor dem 34. Spieltag die rettenden Früchte bringen.
