Thioune plantzt den vertrag: bleibt nur, wenn werder drinbleibt
Daniel Thioune hat sich selbst an die Wand gemalt. Nach dem 1:1 in Stuttgart bestätigte der Werder-Coach, dass seine Zukunft an einem einzigen Ziel hängt: dem Klassenerhalt. „Mein Vertrag verlängert sich automatisch, wenn wir am 1. Juli noch erste Liga sind“, sagte er bei DAZN – und schob hinterher: „Ich bin gekommen, um zu bleiben.“
Ein punkt, der mehr wert ist als drei
Das Remis beim Champions-League-Anwärter war kein gewöhnlicher Punktgewinn. Es war die Entlastung nach Wochen voller Zitterpartien, die Werder vom Relegationsplatz auf Rang 12 katapultierte. Sechs Punkte liegen zwischen den Grün-Weißen und dem FC St. Pauli – ein Polster, das plötzlich nach Luxus aussieht. Jens Stage, Kapitän aus Not, traf früh, Ermedin Demirovic glich spät aus. Die Stimmung an der Schwabenstraße schwankte zwischen Jubel und kollektivem Herzinfarkt.
Doch hinter der Erleichterung lauert die nächste Zitterwoche. Am Samstag kommt der FC Augsburg, ein Sieg würde den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten. Thioune warnt: „Wir sind noch nicht durch. Die Liga spielt bis zum Schluss.“ Die letzten beiden Gegner heißen Hoffenheim und Borussia Dortmund – keine Geschenke.

Vom krisenmanager zum hoffnungsträger
Als Thioune Anfang Februar den desolaten Nachfolger von Horst Steffen antrat, rutschten die Bremer erst recht ab. Nun aber haben sie unter ihm acht Punkte aus fünf Spielen geholt, die Defensive steht, Stage trägt Tor und Binde. Sportchef Clemens Fritz hatte schon vor Wochen intern klargestellt: bleibt die Bundesliga, bleibt der Trainer. Keine Klausel, kein Hickhack – nur reines Ergebnissport.
Thioune selbst klingt, als hätte er die Rechnung schon gemacht. „Ich will hier eine Mannschaft bauen, nicht nur retten“, sagt er. Die Fans auf der Nordtribüne haben ihr Urteil gefällt: nach dem Schlusspfiff in Stuttgart sangen sie sein Namen, minutenlang. Für einen Trainer, der vor drei Monaten noch als Notlösung galt, ist das ein Kraftschub, der selbst den kühlsten Analysten erreicht.
Am Samstag also entscheidet sich, ob Thiounes Sommerplaner aus dem Büroregal kommt oder ob die Kisten wieder Richtung zweite Liga stehen. Ein Sieg gegen Augsburg – und die Saison endet mit einem Pokal auf dem Platz, nicht mit einem Abschiedsbrief. Thioune selbst will nichts von Dramatik wissen. „Wir haben die Macht selbst in der Hand“, sagt er. In Bremen weiß man: wer die Macht hat, muss sie nur noch nutzen.
