Thc zieht pokal-bilanz: müller flippt aus, zwei titel bleiben
Der Thüringer HC hat sich selbst den ersten Höhepunkt der Saison versaut. Pokal-Aus, Platz vier, keine Medaille – für Trainer Herbert Müller war das ein K.o. für die Nacht. „Es hat richtig wehgetan, es hat richtig geschmerzt“, sagte er dem THÜRINGEN JOURNAL und sprach von einer schlafosen Nacht. Die Ursache kennt er: Seine Mannschaft ist eine launische Diva, die mal Europas Spitze schlägt undsich drei Tage später in Bensheim verheddert.

Mit der diva auf titel-jagd: bundesliga und ehf kommen jetzt
Müller nimmt die Niederlage gegen HSG Bensheim-Auerbach als Weckruf. „Wenn man auf drei Hochzeiten tanzt, kann es passieren, dass eine wegrennt“, zitierte er sich selbst mit einem schiefen Grinsen. Die nächsten Termine sind bereits fix: Sonntag, 18 Uhr, Viertelfinale Hinspiel bei Nykøbing Falster in der EHF European League, eine Woche später das Rückspiel in Bad Langensalza. Dazwischen liegt die Bundesliga-Hauptrunde mit dem Ost-Duell gegen Sachsen Zwickau und der Revanche gegen Bensheim. Drei Wochen, zwei Titel, null Raum für Launen.
Der Coach nennt zwei Baustellen: Die Abwehr kassiert zu viele Trotztore, obwohl sie selbst trifft, und die Wurfeffizienz aus Nah- und Außenpositionen schwankt wild. „Wir müssen Konstanz auf hohem Level bringen, keine launische Diva mehr sein“, fordert Müller. Die Spielerinnen haben zugehört – im Trainingslager wurde die Zweikampfstärke intensiv geschärft, Videoanalysen bis spät in die Nacht zeigen jeden verlorenen Ball zweimal.
Die Verbandsliga-Presse sieht den THC trotz Pokal-Pleite als Favoriten auf Meisterschaft und Europapokal. Die Quote für den Titel in der Bundesliga steht bei 2,75, in der EHF bei 4,20 – sportlich drin, psychisch fraglich. Müller will die Diva endlich zum Dauerbrenner machen. „Wir haben 60 Minuten gegen Europa gezeigt, dass wir können. Jetzt müssen wir 60 Minuten gegen uns selbst liefern.“ Am 4. April ist Bensheim zu Gast – dann will er schlafen können.
