Tete morente zündet den turbo: elche will valencia im kampf ums überleben schachmatt setzen
Tete Morente ballt die Faust. „Wir sind zu Hause ein Brett, und Valencia bekommt das zu spüren“, sagt der Flügelflitzer vom Elche CF knapp vor dem Duell am Samstag (16.15 Uhr) im Estadio Martínez Valero. Drei Punkte würden den Abstiegskragen lockern – und gleichzeitig den Konkurrenten aus dem Turia-Valley die Kehle zudrücken.
Elche spielt sich in selbstverschuldung
Die Lage ist klar: Elche steckt in der roten Zone, nur ein Sieg zählt. Morente redet keinen Selbstmörder-Kick herbei, sondern liefert die nüchterne Analyse: „Wir haben uns selbst in diese Lage manövriert, jetzt müssen wir auch rausziehen.“ Dabei verlässt er sich auf die Heimstärke. In eigenen Wänden kassierte der Aufsteiger in dieser Saison erst neun Gegentore – so wenig wie kein anderes Team im unteren Tabellendrittel. „Das Martínez Valero ist unser Pulverfass, wenn die Fans anschalten, bebt der Rasen“, sagt Morente und grinst verschmitzt.
Valencia kommt mit der Attitüde des Angreifers. Gennaro Gattuso lässt seine Truppe umschalten wie einen italienischen Sportwagen: schnell, direkt, gnadenlos. „Sie haben Außenbahnen, die nach jedem Ballgewinn sofort Gas geben“, warnt Morente und meint damit Samu Castillejo und Justin Kluivert. Elche trainierte diese Woche deshalb fast obsessiv das Verteidigen im Verbund. „Hinten zu null, das ist der Plan. Nicht nur die Viererkette, alle elf Mann“, betont der Andalusier.

Rayo-pleite lieferte turbo-benzin
Die 0:2-Niederlage in Vallecas nagt noch. Elche spielte 70 Minuten in Unterzahl, kämpfte, aber kam nicht heran. „Diese Wut im Bauch nutzen wir“, erklärt Morente. Die Zahlen sprechen für sich: Auswärts holte Elche gerade mal vier Punkte, das schlechteste Bundesliga-Value. „Wenn wir da nicht bald liefern, wird es eng. Aber zuerst besorgen wir uns die Punkte daheim.“
Persönlich läuft es für den 27-Jährigen bergauf. Nach seiner Winter-Verpflichtung von Málaga startete er durchwachsen, zuletzt aber mit drei Scorer-Punkten in den letzten fünf Partien. „Ich fühle mich leichter, die Beine explodieren“, sagt er und klingt dabei wie ein Boxer vor dem Gong. Trainer Pablo Machín setzt auf seine Dribbelwut an der Außenlinie. „Er sagt mir, ich solle den Gegner drehen bis er kotzt“, lacht Morente.

Valencia ist „nur“ der nächste gegner
Der Mythos der Derbi-Emotionen lässt Morente kalt. „Für uns ist das kein Derby, sondern ein Finale um drei massive Punkte“, stellt er klar. Neben Valencia hat auch Levante die Finger am Abstiegs-Griff. „Solange Punkte auf dem Tisch liegen, bleibt die Tür auf“, rechnet der Flügelmann vor. Die Tabelle zeigt: Bei einem Elche-Sieg und gleichzeitiger Levante-Pleite würde der Rückstand auf Platz 17 auf zwei Zähler schrumpfen – bei noch sieben Spieltagen.
Der Countdown läuft. Schon morgen um 18 Uhr könnte Elche die Abstiegszone verlassen – oder sich weiter in den Keller graben. Morente streift sich das Kapputzen-Shirt über, blickt Richtung Tribüne: „Wir brauchen jeden einzelnen Gesang, jeden einzelnen Schrei. Wenn das Stadion kocht, schmelzen auch Valencias Konter.“ Dann verschwindet er in der Kabine. Die Mission klingt simpel: gewinnen oder womöglich dem Grün die Tür küssen.
