Tenerife patzt in talavera – spitzenreiter verschenkt zähler im trockenschuss
0:0 im Estadio El Prado – und die Tabellenführung des CD Tenerife schon wieder ins Wanken geraten. Die Mannschaft von Álvaro Cervera dominierte, drängte, schob – vergaß aber das Tor. CF Talavera dagegen zog sich clever zurück, störte mit zwölf Mann im eigenen Strafraum und entführte am Ende einen Punkt, der sich für die Castellanos wie ein Sieg anfühlt.
Belman baut eine mauer, tenerife schlägt daneben
Keeper Javier Belman war der Unsichtbare im Talavera-Gehäuse, der alles sah und alles entschärfte. Drei Großchancen in Folge gegen Gastón, Enric Gallego und Noel López – jeweils mit den Fingerspitzen geklärt. Die Statistik zeigt die Wahrheit: Tenerife schoss 14 Mal, 6 davon aufs Tor, kein einziger Treffer. Talavera? Drei Schüsse, null Gefahr, ein Lächeln.
Die Marschrichtung war klar: Tenerife wollte, Talavera verweigerte. Cerveras 4-4-2 mutierte in Ballbesitz zu einem 3-1-4-2, die Außenverteidiger rückten bis zur Mittellinie auf. Doch jeder Pass in die Spitze endete im grün-weißen Gewirr. Héctor Sandroni hatte seine Viererkette auf Höhe des Strafraums verankert, die Doppelsechs Navarro und Doncel schob wie ein Schiebedach zu. Ergebnis: ein Mittelfeld, das sich anfühlte wie ein Kaugummi.

Chronik einer verpassten gelegenheit
Die Szene des Tages: 72. Minute, Chapela zieht von links in die Mitte, legt quer auf Fabricio Assis – der Brasilianer nimmt direkt, Belman fliegt, berührt leicht, der Ball klatscht an den Innenpfosten. Aus. Talaerva jubelt, als hätte es getroffen. Tenerife schaut sich an, als hätte man ihm die Luft abgedreht. Es war jene Szene, die den Abend definierte: viel Bewegung, wenig Ertrag.
Am Ende steht ein Paukenschlag: Tenerife hat nach fünf Siegen in Folge erstmus Zähler abgegeben – und die Verfolger Atzeneta und Rayo Majadahonda bereits auf zwei respektive drei Punkte herangezogen. Die Auswärtschwäche bleibt: erst ein Sieg in den letzten fünf Partidas fuera de casa. Talavera hingegen feiert die vierte Partie ohne Niederlage und rückt auf Rang 12 vor – ein kleiner Schritt, der in der Tabellenkeller-Liga Riesen bedeutet.
Die Lehre: Selbst ein Spitzenreiter kann sich keinen Fehler erlauben, wenn der Gegner nur eines will – nicht verlieren. Am Samstag kommt der FC Barcelona Atlètic ins Heliodoro Rodríguez López. Cervera wird seine Offensive neu justieren müssen, sonst wird die Tabellenführung zur Fata Morgana. Belman und seine Kollegen dagegen fahren mit breiter Brust nach Albacete – und wissen: Punkte holen kann man überall, wenn man nur bereit ist, sich in die Schranken zu werfen.
