Tenerife entkommt mit herzschlagfinale – galatasaray trifft den korb nicht

84:83 – ein Kringel aus Stahl, ein Grollen im Santiago-Martín, und die Liga de Campeones FIBA schreibt ihre erste deutsche Überschrift: La Laguna Tenerife tanzte auf des Messers Schneide. Fünf Sekunden standen noch, Tim Abromaitis verschoss beide Freiwürfe, Robbie Palmer jagte einen Dreier, der Ring zitterte – und blieb stur. Die Arena verstummte, bis sie explodierte.

17 Punkte vorsprung weg – und trotzdem gewonnen

Was niemand auf der Tribüne jemals vergessen wird: Mit 15 Minuten auf der Uhr lag Tenerife noch 63:46 vorne. Dann schaltete Galatasaray einen Gang höher, McCollum und Meeks feuerten aus allen Lagen, ein 4-20-Run zeigte den Spaniern die kalte Schulter. 80:63 war plötzlich 84:83 – und plötzlich war Huertas mit zwei technischen Fouls raus. „Flopping“ zweimal, Pfiff der Crew aus Frankreich, Lettland, Portugal. Die Insel verschluckte sich.

Doch der Ball wollte nicht rein. Palmer traf Eisen, Abromaitis atmete durch, Scrubb presste die Augen zu. Die Uhr lief aus, der Korb blieb zu. Erste Partie, erste Niederlage für die Türken – und ein 1:0 in der Best-of-three-Serie, die am Samstag in Istanbul weitergeht.

Mills liefert, türkei wacht auf

Mills liefert, türkei wacht auf

Patty Mills war lange der Zünder. 20 Punkte in 19 Minuten, ein zweites Quintett, das Galatasaray in der ersten Hälfte entzauberte. 21:10 hieß es, bevor Coach Vidorreta rotieren ließ. Doch die Intensität der Gäste schälte sich früh: Oncel, McCollum, Meeks – sie alle fanden Lücken, trafen Stopper, spiegelten den Score. 38:41 zur Pause, und die Rückkehr in die Kabine roch nach Alarm.

Im dritten Viertel schlichen sich Unruhe und Fehlwürfe ein. Huertas und Mills wechselten gegen Fitipaldo und Jaime Fernández – ein Tausch, der kurz Ordnung brachte. 63:57, die Führung wieder in Händen, doch das Gefühl war trügerisch. Der letzte Akt wurde zur Achterbahn.

Statistik, die brennt

Statistik, die brennt

Scrubb punktete mit neun Zählern und einer Defense, die Palmer in der finalen Sekunde noch einmal entschied. Shermadini dominierte die Zone mit 14 Punkten, während McCollum mit 17 und Meeks mit 16 für die Gäste glühten. Doch am Ende zählte nur das Metall. 5.100 Zuschauer kollabierten vor Spannung, als der Ball über den Ring segelte – und wieder herunterfiel.

Die nächste Begegnung am Samstag in der Ülker Sports Arena verspricht erneut Pulswerte jenseits der 180. Tenerife darf mit einem Bein im Halbfinale stehen, Galatasaray mit dem Messer zwischen den Zähnen. Wer den Korb trifft, schreibt Geschichte. Wer ihn verfehlt, fliegt raus. Einfacher kann Basketball nicht sein. Komplizierter auch nicht.