Tejada schlägt zu und steinhauser hält weiß – paris-nizza brennt vor finale

Harold Tejada bügelte einen Platten aus, konterte Lenny Martinez auf der letzten Rampe und jubelte in Apt über seinen ersten WorldTour-Solo-Sieg. Dahinter schraubte Georg Steinhauser das weiße Trikot fester auf die Schulter – 5:50 Minuten Rückstand reichen noch für den Allgäuer, um vor der Höllenetappe von Nizza nach Auron als bester Jungfahrer auf dem Podest zu stehen.

Platten, attacke, sieg – tejadas drama in drei akten

Die 179 Kilometer von Barbentane nach Apt lasensich wie ein Drehbuch. 20 Kilometer vor dem Ziel strandete der Kolumbianer von Astana mit technischem Pech am Streckenrand, riss das Rad hoch, jagte zurück ins Feld – und schlug in der letzten Steigung zu. „Ich wusste, dass ich die Beine habe, ich musste nur noch ankommen“, sagte Tejada. Fünf Kilometer später spießte er Godon und Askey ab, sechs Sekunden Vorsprung reichten für den größten Tag seiner Karriere.

Steinhauser wiederum verzichtete auf Zitterpartien. Der 24-jährige EF-Fahrer ließ sich in der Favoritengruppe nach Hause tragen, blieb 13. und verteidigte sowohl Rang drei als auch das weiße Jersey. „Ich bin nicht hier, um Risiko zu nehmen, sondern um zu lernen“, sagte er nach der Zielankunft. Der Rückstand auf Vingegaard beträgt zwar fast sechs Minuten, doch das war vor der Königsetappe ohnehin Kalkül.

Vingegaard lacht, martinez zittert – auron wird die waage schlagen

Vingegaard lacht, martinez zittert – auron wird die waage schlagen

Jonas Vingegaard spielte erneut Roulette mit der Gruppe, ließ seine Jungs das Tempo diktieren und kam unbeschadet ins Ziel. Der Däne blickt auf 3:22 Minuten Vorsprung vor Landsmann Daniel Felipe Martinez. Die 3149 Höhenmeter am Samstag auf 138,7 Kilometern dürften die Entscheidung bringen – wer zuerst auf 1600 Metern in Auron steht, trägt auch das Gelbe Trikot in die letzte Etappe nach Nizza.

Für Tejada zählt nur der Genuss. Für Steinhauser zählt nur das Weiß. Und für Vingegaard zählt nur der Gesamtsieg. Nach sechs Etappen ist Paris-Nizza noch längst nicht entschieden – aber jetzt endlich spannend.