Pirovano explodiert in val di fassa – italiens neue speed-königin lässt aicher und johnson alt aussehen
Laura Pirovano hat in Val di Fassa nicht einfach gewonnen – sie hat die Speed-Szene mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. Die 26-Jährige feierte beim Heimrennen ihren ersten Weltcup-Sieg und schob sich mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor Emma Aicher. Breezy Johnson musste sich mit Platz drei begnügen. Die Schweizerinnen dagegen lieferten eine Enttäuschung nach der anderen ab.
Corinne suter verliert den anschluss – und vielleicht mehr
Corinne Suter startete mit guten Zwischenzeiten, verlor aber im technischen Mittelstück jene Sekundenbruchteile, die am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden. Platz acht mag für manche reichen – für eine Athletin, die 2023 noch Weltmeisterin war, ist das ein Weckruf. Jasmine Flury wurde 20., Delia Durrer, Malorie Blanc und Janine Schmitt folgten noch weiter hinten. Die Schweizer Speed-Frauen wirken derzeit wie auf Sparflamme.
Doch die eigentliche Geschichte des Tages ist eine andere: Emma Aicher kocht den Gesamtweltcup wieder richtig ein. Mit 80 Punkten für Rang zwei verkürzt die 23-jährige Deutsche ihren Rückstand auf Lindsey Vonn in der Abfahrtswertung auf 14 Zähler. Und im Kampf um die große Kristallkugel? Aicher liegt bei 994 Punkten, Mikaela Shiffrin führt mit 139 Punkten vorne. Der Haken: Shiffrin wird nicht alle Speed-Rennen bestreiten, Aicher schon. Vier Speed-Events bleiben – ein Vorteil, der am Ende über Titel und Legenden entscheiden könnte.

Pirovano liefert den beweis: konstanz zahlt sich aus
Die Italienerin fuhr schon die ganze Saison vorne mit, stand aber stets knapp daneben. Nun der Lohn: ein Heimsieg, der nicht nur ihre Karriere, sondern auch die Machtverhältnisse im Weltcup verschiebt. Pirovano zeigt, dass man nicht Shiffrin oder Vonn heißen muss, um die Speed-Welt zu erschüttern. Manchmal reicht eine perfekte Abfahrt – und der Mut, in der letzten Kurve Vollgas zu geben, wo andere bremsen.
Die Devise für Samstag und Sonntag lautet: Noch zwei Abfahrten, noch zwei Chancen für Aicher, noch zwei Mal alles auf eine Karte zu setzen. Und für Pirovano? Die wird jetzt plötzlich gejagt. Die Jägerin ist zur Gejagten geworden – und das ist die schönste Metamorphose, die der Wintersport zu bieten hat.
