Klassifikations-getriebe: die revolution, die im radsport nicht so recht will
Die Suche nach der perfekten Schaltgruppe für den modernen Rennradsport führt zu immer ungewöhnlicheren Lösungen. Während die Monokrone an Zugkraft gewinnt, kämpft eine belgische Innovation mit ihrer Durchsetzung – das interne Schaltgetriebe von Classified.

Ein getriebe im hinterrad: das versprechen der vielfalt
Das System von Classified Cycling setzt auf einen cleveren Trick: Ein mechanischer Schaltreduzierer im Hinterrad ermöglicht es, die Übersetzung des Tretlagers zu variieren, ohne auf eine herkömmliche Kassette oder eine zweite Kettenblatt zurückgreifen zu müssen. Das Ergebnis? Eine Simulation einer Doppel- oder sogar Dreifach-Krone, die die Vorteile beider Welten vereinen soll – die Effizienz eines einzelnen Kettenblatts bei gleichzeitigem Zugriff auf ein breites Übersetzungsspektrum. Klingt ideal, oder?
Die Idee ist reizvoll, besonders im Kontext der wachsenden Beliebtheit von Monokrone-Antrieben, die zwar für Profis eine Option darstellen, aber für ambitionierte Hobbyfahrer oft Kompromisse bedeuten. Die belgische Firma verspricht eine elegante Lösung, die Performance und Komfort vereint.
Aber die Realität sieht anders aus. Trotz des innovativen Ansatzes tut sich Classified schwer, seinen Durchbruch zu schaffen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Preis ist einer davon – das System ist alles andere als günstig. Hinzu kommt die Komplexität der Technologie, die zu anfänglichen Problemen mit Zuverlässigkeit und Wartbarkeit geführt hat. Und schließlich die Gewohnheit: Radfahrer sind oft konservativ, wenn es um neue Technologien geht, und zögern, von bewährten Systemen abzuweichen.
Während Shimano mit der neuen Tiagra 11-fach-Gruppe die Einstiegssegmente aufwertet und die Monokrone ihre Daseinsberechtigung unter Beweis stellt, bleibt Classified ein interessantes, aber eben auch unvollständiges Puzzleteil in der Entwicklung des Radsports. Ob sich das Unternehmen durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.
