Tebas zündelt in córdoba: madrid-wahlen, premier-gehälter & dauerclásico-termine
Javier Tebas trat am Nachmittag in der Aula der Universität Loyola auf – und ließ es krachen. Statt brav über TV-Einnahmen zu referieren, rückte der Liga-Boss die Machtverhältnisse bei Real Madrid ins Zentrum. Seine Botschaft: Wenn es keine Wahl gibt, war kein Gegenkandidat glaubwürdig genug.
„Generationswechsel? das entscheiden die socios“
Die Frage, ob Florentino Pérez nach 15 Jahren im Amt abgelöst werden sollte, wischte Tebas nicht einfach beiseite – er schob sie in die Mitgliederversammlung. „Das ist ihre Entscheidung, nicht meine“, sagte er, nachdem er zuvor betont hatte, den angekündigten Herausforderer Riquelme kaum zu kennen. Ein Dementi? Eine bewusste Distanz. Die Arena der 96.000 Madridistas bleibt ein Pulverfass, und Tebas hält sich die Finger davon – offiziell.
Privat sieht er den Clubchef aber längst auf dem Prüfstand. Tebas bestätigte den Clinch mit Pérez, nannte ihn „nicht persönlich, aber fundamental“. Streitpunkt: die Verteilung der TV-Millionen. Madrid fordert mehr Geld, weil die Premier-League-Konkurrenz angeblich unerreichbare Gehälter zahlt. Tebas kontert mit harten Zahlen: LaLiga bricht dieses Jahr alle Rekorde – 85 % Auslastung in der ersten, 70 % in der zweiten Liga.

Spielpläne: „jemand muss ja sonntag um 23 uhr ran“
Der Streit kulminierte in der Debatte um die Kick-off-Zeiten. Zuschauer monieren Spätkickzeiten, Vereine jammern über leere Ränge. Tebas bleibt hart: „Es gibt keine perfekten Slots. Wer nicht um 21 Uhr oder kurz vor Mitternacht spielen will, muss die Folgen tragen.“ Die Liga verkauft ihre Slots weltweit – und Fernsehpartner zahlen für Primetime. Wer die Rechnung nicht mittrage, solle „andere Geschäftsmodelle suchen“, so der Präsident.
Die Attacke auf Madrid ist dabei kein Zufall. Tebas weiß: Je lauter die Klagen aus dem Bernabéu, desto größer der Druck, die Einnahmen neu aufzuteilen. Doch die Statistik liefert ihm Munition: Spanien holt im Schnitt 2,1 Milliarden Euro pro Saison aus TV-Rechten – bei gleichzeitig steigenden Stadionzahlen. Die Premier League kassiert mehr, weil sie global früher und aggressiver vermarktet hat – nicht, weil Madrid weniger bekäme.
Am Ende bleibt ein Machtpoker. Tebas will die Zentralvermarktung stärken, Real pocht auf Eigenvermarktung. Die Wahl des neuen Präsidenten könnte den Kampf entscheiden – oder weiter aufscheben. Einzig sicher: Solange kein Alternativkandidat die 96.000 Stimmen hinter sich vereint, bleibt Pérez im Amt. Und Tebas? Spielt weiter auf Zeit.
