Taubitz und langenhan: die schockierenden wahrheiten über rodeln!
- Weltmeister packen aus: so unterschiedlich ist rodeln für männer und frauen!
- Aerodynamik-duell: der bus gegen den sportwagen
- Das gewichtsproblem: mehr muskeln, weniger speed?
- Streckenlängen und startpositionen: ungleiche bedingungen?
- Adrenalin-kick pur: motorräder, kunstflug und der ultimative rausch
- Deutschland unter druck: olympia-gold als pflicht?
- Die bittere wahrheit: sport in deutschland – eine schwindende priorität?
- Cortina d’ampezzo: ein traumort mit kleinen schwächen
- Mixed-team: die zukunft des rodelns?
Weltmeister packen aus: so unterschiedlich ist rodeln für männer und frauen!
Julia Taubitz (29) und Max Langenhan (26), beide amtierende Weltmeister, enthüllen im exklusiven Interview mit SPORT BILD die überraschenden Unterschiede im Rodelsport. Langenhan gesteht: „Ich wiege natürlich mehr. Das verändert die Dynamik des Schlittens.“ Er schlägt scherzhaft vor, Taubitz solle seinen Schlitten mal probieren – „aber dann kann sie sich den Kopf ablegen, weil der so lang ist!“
Aerodynamik-duell: der bus gegen den sportwagen
Doch die Unterschiede gehen tiefer als nur das Gewicht. Langenhan erklärt: „Die Männer riskieren auch noch mehr.“ Er vergleicht sich selbst mit einem Bus, während Taubitz ein Sportwagen sei. „In St. Moritz habe ich gar keine Chance gegen sie. Ich muss bis zur Mitte der Bahn eine Sekunde herausfahren, weil ich unten eine ordentliche Tracht Prügel kriege. Sie ist da vier, fünf Stundenkilometer schneller!“
Das gewichtsproblem: mehr muskeln, weniger speed?
Warum ist Taubitz so schnell? Langenhan erklärt: „Ich bin zwar schwerer, aber habe dadurch auch mehr Luftwiderstand. Da kippt das Verhältnis: Aerodynamik übertrumpft den Vorteil der Hangabtriebskraft.“ Er fügt hinzu: „Julias Aerodynamik ist einfach besser. Daher bin ich froh, dass wir vom höheren Herren-Start losfahren.“
Streckenlängen und startpositionen: ungleiche bedingungen?
Interessant ist auch, dass die Strecke für Frauen meist ein paar Kurven kürzer ist. Taubitz äußert sich dazu: „Wir versuchen ab und zu, vom Herren-Start loszufahren, vor allem, wenn die Bahn langsamer wird.“ Langenhan ergänzt: „Manchmal sind wir vom Damen-Start gefahren, wenn die Bedingungen es erforderten. Ich würde mir wünschen, wir könnten von noch weiter oben losfahren.“
Adrenalin-kick pur: motorräder, kunstflug und der ultimative rausch
Beide Rodler lieben die Geschwindigkeit und den Adrenalinkick. Taubitz verrät: „Kunstfliegen war früher ziemlich cool, wegen der Höhe.“ Langenhan schwärmt von schnellen Abfahrten und Sprüngen. „Wir sind alle in diesem Adrenalinrausch gefangen, den man immer wieder haben möchte!“ Die Suche nach „Höher, weiter, schneller“ treibt sie an.
Deutschland unter druck: olympia-gold als pflicht?
Seit 1994 holte Deutschland stets Olympia-Gold im Rodeln. Der Druck ist enorm. Taubitz sagt: „Der Druck gehört dazu. Wir haben den Anspruch, bei Olympia sehr gut abzuschneiden und die Rodel-Geschichte Deutschlands weiterzutragen.“ Langenhan ist da gelassener: „Mich juckt es nicht, wie die Erwartungen von außen sind. Aber für unseren Verband sind die Erfolge wichtig.“ Doch er kritisiert: „In Deutschland ist Sport nichts mehr wert.“
Die bittere wahrheit: sport in deutschland – eine schwindende priorität?
Langenhan prangert den Zustand des Sports in Deutschland an: „Wenn ich sehe, wie wenig Wert in der Gesellschaft auf den Sport gelegt wird, ist es total egal, ob wir Gold gewinnen.“ Er kritisiert den Zustand der Turnhallen und Sportplätze und fragt sich, was die Bewerbung für Olympische Spiele bezwecken soll, wenn der Sport im Land selbst nicht gefördert wird. „Es ist traurig zu sehen, wie viel Geld in anderen Ländern in den Sport gesteckt wird.“
Cortina d’ampezzo: ein traumort mit kleinen schwächen
Die neue Olympia-Bahn in Cortina d’Ampezzo ist fertiggestellt. Taubitz findet sie „grundsätzlich Spaß machen“, bemängelt aber, dass sie „nicht so spektakulär“ ist. Langenhan sieht das ähnlich: „Es ist an einem Traumort entstanden, aber es wird eng werden.“ Er betont, dass die Passage der Kurven 3 bis 5 entscheidend sein wird.
Mixed-team: die zukunft des rodelns?
Taubitz und Langenhan haben gemeinsam Mixed-Gold bei der WM gewonnen. Langenhan plädiert dafür, diese Disziplin auch in das olympische Programm aufzunehmen: „Mir macht es Spaß, weil es ein Wettkampf mit schnellen Entscheidungen ist. Die Zuschauer finden es genial.“ Taubitz hofft ebenfalls auf eine baldige olympische Aufnahme.