Tasmania berlin schraubt am stadion – und träumt laut vom aufstieg
Der Aufstiegszug der Neuköllner knarzt. Nach dem 0:2 in Klosterfelde schrumpft der Vorsprung von Tasmania Berlin auf fünf Punkte – und Lichtenberg 47 hat noch eine Partie in der Hinterhand. Doch statt zu lamentieren, dreht Präsident Almir Numic lieber an Schrauben: „Wir sind zehn Schritte weiter“, sagt er – und meint den Werner-Seelenbinder-Sportpark, der in diesen Tagen endgültig Regionalliga-tauglich wird.
Flutlicht, kernsanierung, gästeblock: die baustelle mit sieg-potenzial
Seit Monaten führt Tasmania die NOFV-Oberliga Nord an. Neun Siege in Serie, dann der Dämpfer. Numic nimmt die Niederlage wie einen Weckdienst: „Die Mannschaft ist stabil, das Trainerteam ist stabil – und jetzt kommt das Stadion endlich mit.“ Flutlicht? Montiert. Sanierung? Abgeschlossen. Noch fehlt die Zaun-Runde um den Gästeblock, fertig soll’s Anfang Juni sein – pünktlich zur Entscheidung.
Die Erinnerung an 2021 brennt noch. Tasmania stieg auf, kassierte zwölf Pleiten in Serie und ging als Letzter wieder runter. Grund: Auswärts im Stadion Lichterfelde, weil der Seelenbinder-Park nichts konnte. „Das war ein Fremdkörper“, sagt Numic. Diesmal will der Verein daheim bleiben – mit einem Kader, der schon jetzt für die vierte Liga gebaut wird. Budget? Vorhanden. Nachverpflichtungen? „Vier, fünf Spieler mit Regionalliga-Niveau stehen bereit.“

Der gegner wartet – und der kalender auch
Samstag, 14.30 Uhr: Berliner AK. Drei Tage später Nachholepartie bei Hansa II. Ein Ausrutscher, und Lichtenberg schnuppert vorbei. Die Fans spüren die Enge, siebenhundert Karten waren für Klosterfelde binnen Stunden weg. Numic flüstert: „Wenn das Stadion Ende Mai komplett ist, packen wir die 3.500 – und dann machen wir den Deckel drauf.“
Tasmania spielt nicht nur um drei Punkte, sondern um Identität. Der Kiezclub, einst Meister der Herzen, will zurück in die Geschichtsbücher – diesmal mit Licht, Zaun und Zukunft. Wer in Neukölln die Chancen zählt, statt der Tage, der weiß: Der Aufstieg ist kein Wunder, sondern ein Bauplan. Und der wird gerade abgearbeitet, Schlag für Schlag.
