Tarragona erwartet den kracher: copa de la reina startet mit grippefall und goldfavoriten

Die Copa de la Reina beginnt heute in Tarragona – und schon vor dem ersten Sprungball liegt Spannung in der katalanischen Luft. Das Palau d’Esports fasst 4.210 Zuschauer, alle Tickets weg, und die Frage lautet: Wer knackt den amtierenden Champion Hozono Global Jairis, obwohl die Murcianerinnen mit Massey’ Quadricepsriss und FIBA-Viren im Gepäck landeten?

Ein virus, ein zerrung, ein titel

Coach Bernat Canut sprach offen aus, was sonst nur hinter verschlossenen Kabinentüren geflüstert wird: „Billie kam ohne medizinischen Check aus China zurück, acht Tage Quarantäne, und plötzlich war der Muskel gerissen.“ Die Gelben starten Freitag 18.45 Uhr gegen Innova-Leganés – genau die Mannschaft, die sie am vergangenen Wochenende in der Liga alt aussehen ließ. Ein Sieg wäre Balsam, aber die Chancen stehen 50:50, wenn man die Körpersprafter seiner Spielerinnen beim Training gestern deutet.

Doch Tarragona ist mehr als ein Krankenlager. Die Bühne ist bereit, und die Konkurrenz wartet mit eigenen Geschichten auf.

Zaragoza reist als heimliche favoritin an

Zaragoza reist als heimliche favoritin an

Fünf Liga-Siege in Folge, Herbstmeister – Casademont Zaragoza darf sich zumindest einen Tag länger ausruhen. Carlos Cantero wehrte sich gegen das F-Wort: „Favorit? Nein. Wir haben Lust, nicht Anspruch.“ Trotzdem: Wer als erster die Play-downs verpasst, hat den Glauben nicht verloren. Das Duell mit IDK Euskotren heute Abend um 18 Uhr ist ein Pflichtsieg, um den Rhythmus zu wahren.

Valencia will geschichte wiederholen – girona will heimvorteil nutzen

Valencia will geschichte wiederholen – girona will heimvorteil nutzen

Valencia Basket holte 2024 in Huelva den ersten Pokal ihrer Geschichte. Khaalia Hillsman und Kendra Chery, zwei Februar-Neuzugänge, sollen den Kader verstärken, doch die jüngste Heimpleite gegen Spar Girona nagt. „Wir müssen das erste Viertel dominieren, dann sehen wir weiter“, sagte Amel Bouderra, die als Ben Abdelkader im Kader firmiert. Heute um 20.30 Uhr trifft das Team auf Durán Maquinaria Ensino – ein Gegner, der in Lugo schon Große geärgert hat.

Spar Girona wiederum spielt vor heimischem Publikum. Die Französin Axelle Merceron frischt den Kader auf, doch Marta Canella, Chloe Bibby und Laura Quevedo laborieren an kleinen Wehwehchen. Trainer Roberto Íñiguez setzt auf Emotion: „Wenn die Fans pfeifen, vergessen die Schmerzen.“ Freitag 21.30 Uhr gegen Perfumerías Avenida – den Rekordchampion mit zehn Titeln. Claudia Soriano schwärmt: „Wir haben keinen Druck, nur Freude.“

Minicopa eröffnet zukunft

Minicopa eröffnet zukunft

Parallel zur Königinnen-Jagd rollt die Minicopa: 16 Nachwuchsteams, rund 200 Mädchen, vier Hallen in Tarragona. Die Finalspiele am Sonntag um 12 Uhr im Palau d’Esports gelten als Schaulaufen für Talente, die in fünf Jahren vielleicht selbst den Pokal stemmen. Letztes Jahr ging der Titel an Valencia Basket – ein Vorgeschmack auf die Professionalität, die hier vermittelt wird.

Die Fan-Zone öffnet am Samstag um 13 Uhr, Salsa-Rhythmen mischt sich mit Basket-Geräuschen. Die Stadt bereitet sich auf 30.000 Besucher ein, Hotels sind seit Wochen ausgebucht. Die 57.630 Zuschauer, die 2023 in Zaragoza den Rekord markierten, werden wohl nicht erreicht – aber die Intimität des Palau d’Esports könnte die lauteste Atmosphäre seit Jahren erzeugen.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Wer heute oder morgen verliert, fliegt raus. Keine zweite Chance, keine Wildcard. Die Copa de la Reina ist das letzte echte KO-Turnier im spanischen Frauenbasket – und genau das macht sie unverzichtbar. Sonntag 18.30 Uhr fällt der Vorhang. Dann steht eine Mannschaft auf dem Parkett, der Trophäe in der Hand und Tränen in den Augen – egal, ob sie aus Murcia, Zaragoza oder Tarragona stammt.