Tabur fordert sinner heraus: ein glücksgriff für den franzosen?
Clement Tabur, ein Name, der in der Tenniswelt gerade erst auf den Lippen vieler ist. Der 26-jährige Franzose steht plötzlich im ersten Runde von Roland Garros – und das gegen den amtierenden US Open Sieger Jannik Sinner. Ein Märchenauftakt, der aber auch eine Geschichte voller Zufälle und harter Arbeit erzählt.

Ein urlaub, der zur überraschung wird
Nur wenige Tage verbrachte Tabur in Gedanken mit der Planung eines Urlaubs, als er plötzlich feststellte, dass sein Name im Haupttableau von Metz stand. Ein Versehen? Eine falsche Eingabe? Wer weiß. Fakt ist: Er ergriff seine Chance und nutzte den Heimvorteil, um sich durch die Qualifikationsrunde zu kämpfen. Und er tat dies mit einer beeindruckenden Leistung.
Die Woche in Metz im November 2025 war ein Wendepunkt. Tabur, der zuvor kaum Atp-Punkte vorweisen konnte, besiegte einen Top-100-Spieler und zeigte eine beeindruckende Konstanz. "Normalerweise gehe ich am Donnerstag in Urlaub", scherzte er nach dem Sieg, "deshalb war heute nicht so viel Publikum da." Eine Aussage, die das Gefühl des Unwirklichen noch unterstreicht.
Auch in Genf gelang es Tabur, sich zu qualifizieren, wenn auch knapp. Der dritte Satz gegen Popyrin deutete auf eine mögliche Niederlage hin, doch er kämpfte sich zurück. Sein erster Challenger-Titel in Tallahassee im April dieses Jahres unterstreicht seine Entwicklung. Elf weitere Itf-Titel, vor allem auf Sand, zeugen von seiner Leidenschaft und seinem Engagement.
Die Liebe zum Sandplatz
Tabur fühlt sich auf Sand wohl. Er debütierte bereits im vergangenen Jahr bei Roland Garros, wo er die Qualifikation meisterhaft absolvierte, nur um dann im ersten Runde gegen Corentin Moutet unterzugehen. Ein Rückschlag, der ihn aber nicht entmutigte. "Spielen in Paris ist ein Traum", gestand er einst. Ein Traum, der sich nun wieder erfüllt.
Besonders hervorzuheben ist sein Sieg über Daniel Evans im vergangenen Jahr bei der Qualifikation. Der ehemalige Weltranglisten-21. war nicht gewappnet gegen Taburs Kampfgeist und seine taktische Finesse.
Italienische Duelle und das verbesserte Handgelenk
Tabur hat bereits mehrfach mit italienischen Spielern gekämpft, darunter Luciano Darderi, gegen den er 2023 eine dramatische Finalpartie in Todi bestritt. "Ich war total erschöpft", erinnerte er sich. Vor kurzem gelang ihm der Sieg über Raul Brancaccio in der Qualifikation von Genf. Sein Handgelenk, einst eine Schwachstelle, hat er in den letzten Jahren gezielt trainiert. "Ich habe immer mehr Vertrauen in mein Rückhandspiel und kann immer stärker zuschlagen", so Tabur.
Mit Platz 165 in der Weltrangliste hat er sein bisher bestes Ranking erreicht. Seine Erfahrung im Juniorenbereich, wo er 2018 den Australian Open im Doppel gewann, zeigt, dass er auch unter Druck bestehen kann.
Gegen Jannik Sinner wird Tabur nun seine Fähigkeiten auf die ultimative Probe stellen. Es ist eine Chance, die er mit aller Kraft nutzen will. Es ist nicht nur ein Spiel, es ist eine Geschichte, die gerade erst beginnt.
