Tabakovic sticht hoffenheim das cl-ticket – ilzer am abgrund!

Ein Schock für die TSG Hoffenheim, ein Paukenschlag für Borussia Mönchengladbach: Haris Tabakovic, Leihgabe der TSG, besiegelte im Duell der Hoffnungsträger den verpassten Champions-League-Platz für sein ausleihendes Team mit einem Doppelpack. Das 4:0 der Fohlen in Gladbach reißen die Hoffenheimer aus der Spitzengruppe und lassen die Europa League als einziges realistisches Ziel zurück.

Ein abend der abschiede und des scheiterns

Ein abend der abschiede und des scheiterns

Die Partie war geprägt von Abschieden. Neben Tabakovic, der sich von den Gladbacher Fans feiern ließ, verabschiedete man sich auch von Rocco Reitz, der aufgrund eines schweren Infekts fehlte und im Krankenhaus lag – ein bitterer Abschied für den gebürtigen Gladbacher, dessen Wechsel zu RB Leipzig ohrenstimmende Pfiffe im Stadion hervorrief. Doch der eigentliche Knackpunkt lag auf dem Rasen: Hoffenheim scheiterte an der Effizienz der Borussia und an der außergewöhnlichen Leistung Tabakovics.

Die TSG Hoffenheim, die mit 61 Punkten ins Rennen gegangen war, verpasste es, an die glorreichen Zeiten von 2016/17 anzuknüpfen, als man unter Julian Nagelsmann erstmals in die Königsklasse einzog. Ein unglücklicher Auftritt und die gleichzeitige Führung des VfB Stuttgart in Frankfurt besiegelten das Schicksal. Bereits nach 23 Minuten stand es 2:0 für Gladbach, nachdem Hugo Bolin und Tabakovic die TSG-Abwehr überrascht hatten. Der frühe Platzverweis für Tim Lemperle, der nur sechs Sekunden nach Wiederanpfiff die Gelb-Rote Karte erhielt, machte die Aufgabe für Hoffenheim nahezu unmöglich.

Trainer Eugen Polanski steht nun vor einer ungewissen Zukunft. 38 Punkte sind eine magere Ausbeute für die Fohlenelf, die seit 2010 nur zweimal weniger Punktzahlen aufwies. Ob er trotz des Klassenerhalts das Ruder übernehmen darf, bleibt abzuwarten. Die TSG hingegen muss sich mit der Europa League zufrieden geben, obwohl der Punkterekord nicht erreicht wurde.

Die Borussia, die zum siebten Mal in Folge ein Heimspiel sieglos blieb, präsentierte sich vor allem in der zweiten Halbzeit von ihrer besten Seite. Kevin Diks und Robin Hack erhöhten die Führung in den Schlussminuten noch, während ein weiteres Tor von Tabakovic aufgrund einer Abseitsposition nicht zählte. Der Einwechslung des verletzten Nationalspielers Tim Kleindienst kurz vor Schluss wurde mit tosendem Applaus belohnt, ein letzter Gruß an die Fans.

Frank Willenborg, der in seinem letzten Bundesliga-Spiel als Schiedsrichter agierte, hatte ebenfalls alle Hände voll zu tun, insbesondere bei der ungestümen Aktion von Lemperle, die den Platzverweis nach sich zog. Tabakovic, der nach der Saison zunächst nach Hoffenheim zurückkehren wird, könnte aber auch einen dauerhaften Wechsel nach Gladbach in Betracht ziehen – ein Szenario, das die Fans beider Vereine gleichermaßen spalten würde.

Die Faszination des Fußballs liegt oft in solchen unerwarteten Wendungen. Hoffenheim verpasst eine historische Chance, während Gladbach mit einem deutlichen Sieg die Saison versöhnlich beendet. Doch der bittere Nachgeschmack für die TSG bleibt – ein verpasstes Ziel und die Ungewissheit um die Zukunft des Trainers.