Sydney wüstling verpasst podest: ukrainische weltcup-stars lassen deutsche junioren-mädchen alt aussehen
Die Stunde der Wahrheit kam im Bayerischen Wald. 60 Juniorinnen starteten gleichzeitig, doch nach 46 Minuten stand fest: Deutschlands Hoffnung Sydney Wüstling musste sich mit Rang acht begnügen. Die 19-Jährige, erst vor zwei Tagen noch Sprint-Bronze, fand gegen die ukrainische Ausnahme-Oleksandra Merkushyna kein Mittel.
Merkushyna fegt 20 sekunden vor dem feld davon
Mit nur drei Strafrunden demonstrierte die Ukrainerin ihre Klasse. Sie läuft schon Weltcup, und das sieht man. Lettlands Estre Volfa musste sich mit Silber zufriedengeben, obwohl sie schon Sprint-Weltmeisterin ist. Das sagt alles über das Niveau dieses Rennens.
Deutsche Seite? Zu viele Patzer. Johanna Lehnung lag nach zwei Schießeinlagen noch auf Silber-Kurs, doch am Ende folgte nur Platz elf. Der Grund liegt auf der Hand: Die Ski-Geschwindigkeit reicht nicht gegen Weltcup-erfahrene Gegnerinnen. Leni Dietersberger wurde 30., Melina Gaupp schied aus. Das ist kein Ausrutscher – das ist ein Systemproblem.

60 Athleten, ein schießstand – das chaos-format funktionierte
Die Organisatoren setzten auf die „Massenstart 60“-Variante. Die ersten 30 Läuferinnen starteten ohne Schießen, danach wechselte das Prozedere. Viel Chaos? Fehlanzeige. Das Feld zog sich schnell auseinander, die Scheiben blieben klar. Die Idee ging auf, doch die deutschen Farben blieben blass.
Die Bilanz nach fünf Tagen Weltmeisterschaft: ein einziger deutscher Podestplatz – Wüstlings Sprint-Bronze. Die restliche Medaillen-Ausbeute: Null. Die Konkurrenz läuft bereits Weltcup, während deutsche Talente noch auf Continental-Cup-Niveau kämpfen. Der Rückstand wird jährlich größer.

Kein happy end im bayerischen wald
Am Sonntag folgt noch die Staffel, doch die Tendenz ist klar: Die deutsche Biathlon-Nachwuchsarbeit steht am Scheideweg. Ohne Weltcup-Erfahrung wird künftig auch bei Junioren-WMs kein Edelmetall mehr herausspringen. Die Zahlen sind hart: 1:02 Minuten Rückstand auf Merkushyna – und das bei nur neun Kilometern. Die Zeiten, in denen deutsche Junioren automatisch mit Sieg rechnen konnten, sind vorbei. Die Gegner sind längst woanders: im Weltcup, auf der Weltspitze.
