Swiss-ski zieht die notbremse: weltmeisterin flury raus – drei neue rücken nach
Die Saison ist kaum vorbei, da schon der nächste Schock: Jasmine Flury, Weltmeisterin 2023 in der Abfahrt, fliegt aus dem Nationalkader. Die 30-Jährige muss künftig im A-Kader ran – ein Abstieg, den selbst Insidern die Sprache verschlägt.
Warum flury stürzt und andere steigen
Hans Flatscher, Direktion Ski Alpin, spricht von „Leistungsgerechtigkeit“. Harte Worte für eine Athletin, die nur vor zwei Jahren Gold in Courchevel holte. Doch die Zahlen lügen nicht: Kein einziges Podest in dieser Weltcup-Saison, Rang 26 in der Abfahrtwertung. Für Swiss-Ski reicht das nicht mehr.
Gleichzeitig katapultieren sich drei Frauen nach oben. Vanessa Kasper, Sue Piller und Janine Schmitt wechseln vom B- ins A-Nationalteam. Kasper überzeugte mit zwei Top-10-Plätzen in St. Moritz, Piller zeigte in Kvitfjell die beste Saisonleistung ihrer Karriere. Schmitt lieferte in der Kombi das vielleicht überraschendste Resultat ab: Rang 8, nur zwei Zehntel hinter Mikaela Shiffrin.

Ming-nufer und good fallen komplett raus
Noch härter trifft es Priska Ming-Nufer und Nicole Good. Beide standen noch im A-Kader, nun sind sie komplett weg. Kein Brief, kein Telefonat – nur eine E-Mail. „Das ist keine Förderung, das ist Ausrangierung“, sagt ein Betreuer, der anonym bleiben will. Ming-Nufer war erst im Januar nach ihrer Babypause zurückgekehrt, Good litt an einer Rückenblessur. Verletzung plus Leistungsloch – ein Todesurteil in diesem System.
Die Entscheidungen fielen im engen Kreis: Flatscher, Cheftrainer Beat Tschuor, Thomas Stauffer für die Männer und Nachwuchschef Werner Zurbuchen. Vier Köpfe, ein Veto – und fertig. Wer nicht liefert, fliegt. Punkt.
Für Flury beginnt nun die Qualifikation durch die Hintertür. Sie muss im A-Kader gegen 15 Jahre jüngere Konkurrentinnen antreten, Punkte sammeln, sich beweisen. Eine Weltmeisterin im Nachwuchsbereich – das hat es in der Swiss-Ski-Geschichte noch nie gegeben. Der Winter ist vorbei, der Kampf beginnt von vorn.
