Svww: der späte sieg, der die aufstiegsfrage neu entfacht

Wiesbaden – Der SV Wehen Wiesbaden hat in der Nachspielzeit einen glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg gegen den FC Ingolstadt errungen. Das 2:1 (1:0) wirft die Mannschaft von Daniel Scherning zurück ins Aufstiegsrennen, auch wenn die Leistung noch Luft nach oben lässt.

Es war ein kampfbetontes spiel mit wenig fußballerischer brillanz

Es war ein kampfbetontes spiel mit wenig fußballerischer brillanz

Ein müder Nachmittag in Wiesbaden, geprägt von Zweikämpfen und langen Bällen. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, doch echte Torchancen blieben lange Zeit aus. Lukas Schleimer brach das Eis mit einem wunderschönen Distanzschuss, der an den Pfosten knallte und dann doch im Tor landete. Ein Moment der Klasse in einem ansonsten zähen Spiel.

Ingolstadt antwortete mit wachem Engagement, doch die Wiesbadener Defensive hielt – bis zur 86. Minute. Max Plath nutzte einen Doppelpass eiskalt aus und glich aus. Die Stimmung im Stadion sank, doch dann schlug Gözüsirin zu. Ein abgewehrter Ball, ein präziser Schuss, und das Stadion explodierte. Der Schlusspfiff kam, bevor Ingolstadt überhaupt zum Anstoß kam.

Die Rote Karte für Carlsen nach einem unglücklichen Foul war sicherlich ein Faktor, der die Dynamik des Spiels veränderte. Dennoch muss man den SVWW für seine Moral loben. Sie gaben nicht auf, kämpften bis zum Schluss und wurden dafür belohnt.

Trainer Daniel Scherning wird dennoch an seinen Mannen arbeiten müssen. Die spielerische Überlegenheit, die man sich erhofft hatte, war nur in Phasen zu erkennen. Die Balance zwischen Offensive und Defensive muss stimmen, wenn man im Aufstiegsrennen bestehen will. Aber der Sieg ist ein Statement, gerade zum 100-jährigen Vereinsjubiläum. Die Fans feiern – und das Recht haben sie.

Die nächsten Spiele werden zeigen, ob dieser Sieg wirklich der Wendepunkt ist. Doch eins ist klar: Der SV Wehen Wiesbaden ist noch lange nicht abgeschrieben. Die Konkurrenz zittert, und das ist gut so.