Sv wehen wiesbaden schreibt 3-liga-geschichte: 800 tore und sieben heimsiege in serie

Die Brita-Arena bebte wieder einmal unter der Siegesserie des SV Wehen Wiesbaden. Mit dem 2:1 gegen VfB Stuttgart II stellte der Tabellenführer der Ewigen Drittliga-Tabelle nicht nur die 800-Tore-Marke auf, sondern fixierte auch den siebten Heimerfolg in Folge – ein Rekord in der Geschichte der 3. Liga. Moritz Flotho schoss das Jubiläumstor, doch das Geschehen auf dem Platz war nur die halbe Geschichte.

Daniel scherning sieht trotz höchstleistung steigerungsbedarf

Daniel scherning sieht trotz höchstleistung steigerungsbedarf

„Wir haben uns eine gute Position für die letzten zehn Saisonspiele erarbeitet“, sagte der Trainer nach der englischen Woche, doch seine Stimme klang nicht wie nach einem Kantersieg. Zu sehr haderte er mit der zweiten Halbzeit, in der seine Mannschaft „zu viele falsche Entscheidungen“ traf. Tarik Gözüsirin hatte zwar früh per Freistoß den Kurs vorgegeben, doch die spielerische Linie verflachte, ehe Ati Allah mit einem Ballverlust den Gegner heranließ. Kurz darauf wurde der 18-Jährige wieder ausgewechselt – ein Lehrstück in Echtzeit.

Die Sonnenbrille mit dem aufgeklebten Wort „Sieg“, die nach Abpfiff durch die Kabine ging, ist inzwischen so etwas wie ein hessisches Staatsgeheimnis. Sie steht für eine Serie, die nur der MSV Duisburg mit mehr Heimpunkten toppen kann, und für eine Heimstärke, die am 20. März im Flutlichtspiel gegen Hansa Rostock auf die acht Auswärtssiege in Serie zielen könnte. Die Fans feiern das wie eine Party, doch intern geht es um nüchterne Tabellenarithmetik: 70 Punkte Vorsprung auf den nächsten Verfolger VfL Osnabrück in der Ewigen Tabelle lassen keinen Zweifel daran, wer hier seit Jahren die Tonlage vorgibt.

Die personellen Umstellungen an den Außenbahnen – Fabian Greilinger für den gesperrten Niklas May, A-Junior Ben Nink für den angeschlagenen Sascha Mockenhaupt – liefen nahtlos, doch Scherning weiß: In München wartet am Samstag ein Gegner, der solke Lücken gnadenlos bestraft. „Wir haben gesehen, wie schnell eine Serie kippen kann“, erinnert er an das 0:2 in Saarbrücken. Die Lektion war klar: Selbst eine 800-Tore-Mannschaft muss jeden Pass neu erfinden.

Der Endspurt beginnt mit 10 Spielen, in denen jeder Punkt über Traum oder Albtraum entscheidet. Die Sieg-Sonnenbrille bleibt jedenfalls schon mal in der Kabine – für den nächsten Heimauftritt ist sie poliert und bereit.