Super league: trainer-karussell dreht sich weiter – wer hält durch?

Die Super League erlebt eine Saison, die an ein wildes Trainer-Karussell erinnert. Bereits sieben Trainer mussten in dieser Saison ihren Spind räumen, und weitere Wechsel zeichnen sich ab. Eine Analyse des immensen Trainerwechsels in der obersten Schweizer Liga seit der Ligareform 2023/24 wirft ein bezeichnendes Licht auf die Instabilität vieler Klubs.

Einige inseln der konstanz inmitten des wandels

Einige inseln der konstanz inmitten des wandels

Während die Trainer-Fluktuation bei vielen Teams an der Tagesordnung ist, gibt es auch Ausnahmen. Mattia Croci-Torti beim FC Lugano ist mit seiner Anstellung seit September 2021 der dienstälteste Trainer der Liga. Sein Gewinn des Schweizer Cups in seiner ersten Saison bei den Luganesi unterstreicht seine Kompetenz, trotz eines holprigen Saisonstarts hat er das Vertrauen des Vereins bewahrt. Auch Mauro Lustrinelli beim FC Thun kann auf eine lange Amtszeit zurückblicken. Er führte Thun in seine dritte Saison und direkt zum Aufstieg. Ein Abgang scheint nach diesem Erfolg unwahrscheinlich – sollte er den Verein verlassen, wird es wohl aus persönlichen Gründen sein.

Interessant ist auch die Situation beim FC Sion. Nach dem Abstieg 2023 schenkte Präsident Christian Constantin Didier Tholot sein Vertrauen. Der direkte Wiederaufstieg war nur der erste Schritt einer positiven Entwicklung. Tholot kann sich nun entscheiden, ob er auch nächste Saison an der Seitenlinie stehen möchte.

Ein Blick auf die Trainer-Wirbelwind-Klubs

Der FC Luzern zeigt mit dem bevorstehenden Abschied von Mario Frick, der seit Dezember 2021 im Amt ist, dass auch langjährige Amtszeiten nicht ewig dauern. Der FC St.Gallen erlebte 2024 mit dem Abschied von Peter Zeidler einen Trainerwechsel, der von der Begeisterung für Enrico Maassen und dem Einzug in die Conference League begleitet wurde. Der FC Lausanne-Sport profitiert von der Erfahrung Peter Zeidlers, der zuvor den FC Basel zu Titeln führte.

Servette FC steht für ein besonders turbulentes Trainer-Kabinett. In den letzten drei Spielzeiten durchliefen die Genfer gleich vier Trainerwechsel – René Weiler, Thomas Häberli, Bojan Dimic und aktuell Jocelyn Gourvennec. Diese ständige Veränderung spiegelt sich auch in der schwankenden Leistung der Mannschaft wider.

Auch der FC Winterthur musste in den letzten Jahren mehrfach den Trainer wechseln. Patrick Rahmen führte die Mannschaft sensationell in die Championship Group, wurde dann aber vom BSC Young Boys abgeworben. Nachfolger Ognjen Zaric blieb nur bis zur Winterpause im Amt, bevor Uli Forte das Ruder übernahm und schließlich Rahmen erneut den Trainerposten übernahm.

Der FC Basel 1893 hat in den letzten drei Saisons gleich zweimal den Cheftrainer ausgetauscht. Nach dem kurzen Intermezzo von Timo Schultz folgte Fabio Celestini, der das Team zurück auf den Thron führte, bevor er in Richtung Moskau weiterzog. Aktuell kämpft Stephan Lichtsteiner mit dem Team um ein Europacup-Ticket.

Die Krise beim FC Zürich

Der FC Zürich stellt dabei eine ganz eigene Kategorie dar. Nach Bo Henriksen folgten Murat Ural, Ricardo Moniz, Mitchell van der Gaag, Dennis Hediger und nun Carlos Bernegger – ein wahres Trainer-Roulette. Marcel Koller soll ab der nächsten Saison für Stabilität sorgen. Die Frage ist, ob er das sinkende Schiff wieder auf Kurs bringen kann. Die vielen Wechsel stehen im krassen Gegensatz zu den Bestrebungen nach Kontinuität bei anderen Klubs.

Die hohe Fluktuation der Trainer in der Super League verdeutlicht die immense Erfolgsdruck und die fehlende Geduld vieler Klubs. Ob die kurzfristigen Wechsel tatsächlich zu einer Verbesserung der sportlichen Ergebnisse führen, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Das Trainer-Karussell wird sich auch in Zukunft weiterdrehen – solange die Erfolgsgarantie ausbleibt.