Sudtirol-verteidiger trifft nach langer pause: "gottes hilfe war entscheidend"
Südtirol feiert: Nicola Pietrangeli, der junge Verteidiger, hat im Spiel gegen Modena sein erstes Tor der Saison erzielt und damit einen wichtigen Punkt für seine Mannschaft gesichert. Doch der Sieg war mehr als nur ein Tor – er war der krönende Abschluss einer schwierigen Zeit, geprägt von Verletzungen und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst.

Ein name, der verwechselt wird, ein herz für den fußball
Der 23-jährige Pietrangeli muss sich immer wieder erklären, denn sein Name erinnert an die Tennislegende Nicola Pietrangeli. "Es ist nur eine Namensgleichheit, meine Eltern mochten den Namen einfach", lacht er. Während er im Freizeitbereich durchaus mal mit dem Schläger hantiert, schlägt sein Herz eindeutig für den Fußball. Und das seit seiner Kindheit in Lariano, nicht weit von Rom entfernt. Dort verbrachte er seine Jugend, belegte die Lazio-Farben und träumte von einer Karriere auf dem Rasen.
Nach einer Phase mit Pubalgie, die ihn drei Monate lang von den Plätzen fernhielt, kehrte Pietrangeli Anfang April zurück. "Es war eine komplizierte Zeit“, gesteht er. „Mein Ziel war es, so schnell wie möglich wieder einsatzbereit zu sein. Der Glaube hat mir dabei geholfen.“ Er blickt zurück auf eine Phase, in der er sich auf seine innere Stärke und seine religiöse Überzeugung verlassen musste, um die Motivation nicht zu verlieren. Ein Beweis dafür, dass man auch nach einem Rückschlag wieder aufstehen kann.
Südtirol belegt aktuell den zehnten Platz in der Tabelle mit 40 Punkten. Der Kampf um die Playoff-Plätze ist noch offen, da der achte Platz, besetzt vom Cesena, nur vier Punkte entfernt ist. „Wir konzentrieren uns auf unsere eigene Leistung und wollen die Rettung sichern. Alles andere kommt dann von selbst“, so Pietrangeli, der betont, wie wichtig es ist, fokussiert zu bleiben und jede einzelne Partie zu bestreiten.
Die Tore fehlten in den letzten Wochen, aber das Team zeigte Moral: Zwei wichtige Unentschieden gegen Cesena und Modena gaben dem Team neuen Auftrieb. Nun gilt es, gegen Spezia nachzulegen. „Wir müssen unser Bestes geben, das haben wir auch im Training betont“, erklärt Pietrangeli mit Nachdruck.
Neben dem Glauben spielt auch die Familie eine entscheidende Rolle in Pietrangelis Leben. Seine Eltern, einfache Arbeiter, haben ihm die Werte des Fleißes und der Opferbereitschaft vermittelt. „Ich werde ihnen dafür immer dankbar sein“, betont er. Er erinnert sich an seine Kindheit, als er im Sommer auf der Baustelle seines Vaters half, um Zeit mit ihm zu verbringen. „Das war harte Arbeit, aber es hat uns zusammengeschweißt.“
Und Pietrangeli ist nicht nur Fußballer und Arbeiter, sondern auch Gärtner. „Ich habe auch schon Hecken geschnitten, um einem Freund meines Vaters zu helfen“, erzählt er lachend. Die Vielseitigkeit ist ihm wichtig, sie hält ihn geerdet und zeigt ihm, dass es im Leben mehr gibt als nur Fußball.
Die atemberaubende Landschaft Südtirols hat ihn ebenfalls beeindruckt. „Ich bin nicht der Typ für Ausflüge, aber hier habe ich viel entdeckt. Der Pragser Wildsee ist ein wunderschöner Ort, um dem Trubel zu entfliehen.“
Mit der Rettung des Vereins im Blick und einer starken mentalen Verfassung, will Pietrangeli die Saison erfolgreich abschließen. „Ich denke nur an das Hier und Jetzt. Ich bin zurück auf dem Platz und habe endlich wieder ein Tor geschossen. Jemand da oben hat mitgeholfen.“
