Südkorea schockt: son auf der bank – was bedeutet das?

Ein Erdbeben im koreanischen Lager! Vor dem alles entscheidenden Gruppenspiel gegen Südafrika verzichtet Nationaltrainer Hong Myung-bo überraschend auf seinen Kapitän und Rekordtorschützen Heung-min Son. Die Entscheidung wirft Fragen auf und könnte das Weiterkommen Südkoreas gefährden.

Die überraschende entscheidung des trainers

Die WM-Partie gegen Südafrika ist für Südkorea ein Endspiel. Doch statt mit seinem Starangriff anzutreten, stellt Hong Myung-bo eine ungewöhnliche Aufstellung auf. Heung-min Son, Rekordnationalspieler mit 147 Einsätzen und Rekordtorschütze (56 Treffer, geteilt mit Bum-kun Cha), muss sich vorerst mit einer Platz auf der Bank zufrieden geben. Nach zwei enttäuschenden Auftritten, in denen der Angreifer zwar sechs Mal aufs Tor schoss, aber ohne Erfolg blieb und wenig Spielwitz zeigte, scheint der Coach einen radikalen Umbruch zu wagen.

Auch Jae-Sung Lee wird ebenfalls nur von der Bank aus beginnen. Für die beiden rücken Hee-Chang Hwang und Hyeon-Gyu Oh in die Startformation. Ein riskantes Spiel, angesichts der Tatsache, dass Südkorea noch alle Chancen auf das Weiterkommen hat – je nach Ausgang der eigenen Partie und der Parallelbegegnung zwischen den anderen Gruppengegnern.

Son: vom leverkusener shootingstar zum schatten seiner selbst?

Son: vom leverkusener shootingstar zum schatten seiner selbst?

Es ist kaum zu glauben: Vor wenigen Jahren noch brillierte Son bei Bayer Leverkusen und dem HSV, entwickelte sich zu einem gefürchteten Angreifer. Seine konstanten Leistungen führten zu einem Wechsel zu Tottenham Hotspur, wo er zu einem der begehrtesten Spieler der Premier League wurde. Doch bei dieser WM scheint der frühere Leverkusener Stürmer zu einem Schatten seiner selbst geworden zu sein. Die Bindung zum Spiel fehlt, die Torgefahr ist verschwunden.

Die Entscheidung von Hong Myung-bo ist somit nicht überraschend, sondern eher eine notwendige Maßnahme. Ob die veränderte Aufstellung Früchte trägt und Südkorea doch noch ins Achtelfinale einzieht, wird sich am morgigen Tag zeigen. Aber eines ist klar: Der Druck ist enorm, und die koreanischen Fans bangen um das Weiterkommen ihres Teams.

Die Zahl spricht für sich: Son absolvierte zuvor zwölf WM-Partien in Folge von Beginn an. Diese Serie ist nun durchbrochen. Kann Hwang und Oh die Lücke füllen und den entscheidenden Unterschied ausmachen?