Japón gegen schweden: elo-werte sprechen für samurai – doch vorsicht!

DALLAS. Die Spannung steigt im Group F des WM-Turniers: Japan und Schweden liefern sich heute ein Duell auf Messers Schneide, das über die Zukunft beider Teams entscheidet. Während die japanische Auswahl als Favorit ins Rennen geht, birgt die letzte Phase der Gruppenphase immer unvorhersehbare Wendungen.

Die zahlen sprechen für japan – aber fußball lebt von überraschungen

Die zahlen sprechen für japan – aber fußball lebt von überraschungen

Die statistischen Modelle sehen Japan leicht im Vorteil. Laut dem Elo-System, das die Leistungsstärke von Fußballmannschaften anhand ihrer Ergebnisse gegen andere Teams bewertet, weist Japan einen Elo-Vorteil von 198 Punkten gegenüber Schweden auf. Das bedeutet eine geschätzte Siegwahrscheinlichkeit von 60,5 % für die Samurai-Elf, während Schweden lediglich eine Chance von 19,4 % eingeräumt wird. Ein Unentschieden wird mit 20,1 % bewertet.

Das Elo-System – ein Werkzeug, das im Schach seinen Ursprung hat, aber im Fußball immer mehr an Bedeutung gewinnt – berücksichtigt nicht nur das Ergebnis eines Spiels, sondern auch die Stärke des Gegners. Ein Sieg gegen Argentinien beispielsweise, wiegt deutlich schwerer als ein Sieg gegen Jordanien. Daten von eloratings.net, einer der umfassendsten Elo-Datenbanken im internationalen Fußball, unterstreichen diese Aussage.

Warum Elo und nicht die FIFA-Weltrangliste? Die FIFA-Weltrangliste kann durch ungleiche Spielpläne und Freundschaftsspiele verzerrt werden. Das Elo-System hingegen, das nach jedem Spiel aktualisiert wird, liefert ein genaueres Bild der aktuellen Leistungsfähigkeit. Diverse akademische Studien haben das Elo-System als besseren Prädiktor für große Wettbewerbe herausgestellt.

Doch die letzte Gruppenphase ist tückisch. Die Spieler stehen unter Druck, die Trainer taktieren, und die komplexen Berechnungen zur Qualifikation können zu unerwarteten Ergebnissen führen. Die Wahrscheinlichkeit, die ein Modell vorgibt, ist nur eine Momentaufnahme, die sich schnell ändern kann.

Die Wahrscheinlichkeitsberechnung basiert auf der Elo-Differenz. Diese wird dann in eine Siegchance umgewandelt, wobei ein Korrekturfaktor für das Unentschieden berücksichtigt wird – denn Fußball ist kein binäres System. Die Kalibrierung dieser Korrektur erfolgte anhand der WM-Turniere von 1994 bis 2022. Je ausgeglichener das Spiel, desto höher das Gewicht des Unentschiedens.

Betrachten wir Spanien gegen Katar als Beispiel: Mit 2155 Elo-Punkten gegenüber 1421 Punkten für Katar, schätzt das Modell die Siegchance Spaniens auf 86-88 %, während das Unentschieden unter 6 % liegt. Eine Einschätzung, die jedoch nicht als Garantie, sondern als Momentaufnahme zu verstehen ist.

Die Prozentangaben für jede Runde geben an, wie oft eine Mannschaft in 100.000 simulierten Turnieren diese Phase erreicht. Jedes simulierte Turnier wird komplett durchgespielt, wobei die Ergebnisse auf Basis der Modellwahrscheinlichkeiten zufällig, aber gewichtet generiert werden. Ein 30-prozentiger Wert für den Einzug ins Finale bedeutet, dass die Mannschaft in etwa 30.000 Simulationen das Finale erreicht hat.

Die heutige Begegnung zwischen Japan und Schweden wird zeigen, ob die Elo-Werte und die statistischen Modelle die Realität widerspiegeln – oder ob die Samurai-Elf unter dem Druck der entscheidenden Phase patzt. Wir dürfen gespannt sein!