Stützles traum platzt im blitzstart: senators verspielen 2:0 und die playoffs
Tim Stützle schlug die Hände über dem Kopf zusammen, dann schwang er sich in die Kabine. Nach 4:32 Minuten führten seine Ottawa Senators noch 2:0 in Tampa, am Ende stand eine 2:4-Niederlage – und die nächste kalte Dusche im Playoff-Rennen.
Der 23-Jährige blieb erstmals seit fünf Partien ohne Scorerpunkt, die Serie der Senators riss bei sieben Spielen ohne Regulation-Win. Die Eastern Conference wird zur Falle: Carolina führt mit 96 Punkten, Tampa hält dank des Sieges ebenfalls 96 Zähler, Ottawa klebt bei 86 auf Rang zehn – vier Spieltage, sechs Punkte Rückstand, nur noch acht Plätze sind frei.
Die zahlen, die schmerzen
Die Expected-Goals-Rate brach nach dem 2:0 ein wie ein Kartenhaus: von 67 auf 38 Prozent innerhalb einer Periode. Andrei Vasilevskiy wehrte in der zweiten Hälfte 18 Schüsse ab, Nikita Kutscherow – sonst Topscorer, diesmal still – bereitete trotzdem den Ausgleich vor. Ottawa kassierte in den letzten zehn Minuten zwei Goals gegen, beide nach eigenen Puckverlusten in der neutralen Zone. Trainer Travis Green sprach hinterher von „selbstgemachten Fehlern, die uns auffressen“.
Stützle selbst hatte 21:37 Eiszeit, fünf Schüsse, zwei Blocks, aber keinen Treffer, keine Vorlage. Sein Corsi lag bei 46 %, das ist unter Saison-Durchschnitt. Die Frage ist nicht mehr, ob die Senators die playoffs noch erreichen – sondern, ob sie überhaupt noch Selbstvertrauen mitnehmen.

Restprogramm: ein weg voller stolpersteine
Am Freitag folgt Boston, dann Florida, danach Toronto – alle drei direkte Konkurrenten. Rechnet man die übliche Wild-Card-Marke von 94 Punkten, müsste Ottawa vier der letzten fünf Partien gewinnen, ohne auf Hilfe zu hoffen. Die Formkurve zeigt nach unten: drei Siege aus den letzten 15 Spielen, das Powerplay krankt bei 12 %, die Defensive hat in den vergangenen vier Matches 17 Gegentore hinnehmen müssen.
Die Fans im Canadian Tire Centre werden langsam unruhig. Die Tickets für das Heimspiel gegen die Leafs am 5. April sind bereits auf dem Sekundärmarkt um 40 % gefallen. Die Franchise hatte 2027 als Zieljahr für die erste Playoff-Serie seit 2017 ausgerufen – jetzt droht das dritte Aus in Folge.
Für Stützle persönlich bleibt die Statistik hart: 78 Punkte in 78 Spielen, aber nur neun davon in den entscheidenden letzten 20 Partien. Sein Vertrag läuft 2031, die Klauseln aber verlangen mindestens eine Wild-Card-Teilnahme, um Bonuszahlungen zu aktivieren. Die nächsten Tage werden zeigen, ob der Deutsche sein Versprechen, Ottawa „in ein neues Zeitalter“ zu führen, noch einlösen kann – oder ob die Saison schon vor den playoffs endet.
