Stuttgarter kickers holen holger bachthaler: der mann, der matthias born beerben wird
Es ist vollbracht: Die Stuttgarter Kickers haben sich mit Holger Bachthaler einen neuen Cheftrainer gesichert – und damit nicht nur einen erfahrenen Regiocoach, sondern auch den designierten neuen Rekordtrainer der Regionalliga.
Der 51-Jährige verlässt den FV Illertissen nach insgesamt acht Jahren in zwei Amtszeiten und übernimmt zum 1. Juli das Ruder an der Gäustraße. Für die Kickers ist die Verpflichtung ein klares Signal: Nach der deutlichen sportlichen Enttäuschung dieser Saison soll wieder Angriffsfußball und konsequentes Pressing das Maß der Dinge sein.
Warum bachthaler? die dna passt
Lutz Siebrecht, Sport-Geschäftsführer der Blauen, spricht von einem „idealen Match“. Gemeint ist die Mischung aus Regionalliga-Erfahrung (98 Spiele mit dem SSV Ulm 1846 in der Südwest-Staffel), Nachwuchsarbeit und der Zeit bei RB Salzburg, wo Bachthaler als Co-Trainer die Roten Bullen auf Höchsttempo trimmte. „Er steht für eine strukturierte Arbeitsweise, eine klare Spielidee und die Entwicklung von Spielern“, so Siebrecht.
Die Zahlen sprechen für sich: In seiner ersten Illertisser Ära (2012-2016) stieg der FVI nie unter Rang fünf ab, holte 1,73 Punkte pro Spiel und schmiedete Talente wie Robin Krauße oder Fabian Eisele, die später in der 3. Liga landeten. Auch die aktuelle Bilanz seit Oktober 2022 liest sich solide: 43 Partien, 21 Siege, Torverhältnis 74:48.

Ein traditionsclub mit turbo-plänen
Für Bachthaler ist der Schritt ein Karrieresprung, der sich kaum größer gestalten lässt. „Die Stuttgarter Kickers sind ein Traditionsverein mit großem Potenzial und einer leidenschaftlichen Anhängerschaft“, sagt er. Der Satz klingt nach Standard, aber wer die Gespräche kennt, weiß: Der Coach hat sich monatelang informiert, Zahlen gewälzt, Videos analysiert. Er will nicht nur Trainer sein, er will den Knoten zerlegen, der die Kickers seit Jahren in der Regionalliga festhält.
Die Aufgabe ist gewaltig. Mit 438 Einsätzen seit 2012 hält Matthias Born von Astoria Walldorf den Rekord – und genau diesen will Bachthaler übernehmen. Bei 34 Spielen pro Saison braucht er keine zwei vollständige Spielzeiten, um die Marke zu knacken. Der Verein plant langfristig, der Coach auch.

Planungssicherheit statt sommerchaos
Präsident Prof. Dr. Rainer Lorz betont, dass die frühzeitige Klärung „ein entscheidender Vorteil“ sei. Die Kickers haben in den vergangenen Jahren stets spät gehandelt, Personalentscheidungen oft erst nach Saisonende verkündet. Nun kann Sportdirektor Siebrecht mit der Kaderplanung beginnen, während Wildersinn die Mannschaft noch durch den Landespokal lotsen soll.
Dort wartet am 29. April das Halbfinale beim Sechstligisten FC Holzhausen. Gewinnen die Blauen, treffen sie im Endspiel auf die SG Sonnenhof Großaspach – und mit einem Sieg winkt der DFB-Pokal, also ein Jackpot von mindestens 400.000 Euro. Für einen Regionalligisten ein Riesendatum, für Bachthaler ein perfekter Einstieg.
Die Kickers-Fans haben ihren Sommer gesichert: ein neuer Coach mit Garantiestempel, ein klarer Spielstil, ein Rekord in Reichweite. Jetzt heißt es: Illertissen ade, Stuttgart hallo – und vor allem: endlich wieder nach vorne schauen.
