Stuttgart verschenkt sieg: schiedsrichter-plauderei und fan-eskalation!
Der VfB Stuttgart hat am Karfreitag eine bittere 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund kassiert – und das nach einer dominanten ersten Halbzeit. Doch was als ungefährdeter Heimsieg begann, endete in einem chaotischen Finale mit strittigen Szenen und einem aufgestauten Frust, der in einer Eskalation mündete. Das Spiel wird nicht nur wegen der verpassten Chance auf einen wichtigen Sieg in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des ungewöhnlichen Nachspiels.

Die umstrittenen minuten: jubel, provokation und rudelbildung
Die späten Dortmunder Treffer durch Karim Adeyemi (90.+4) und Julian Brandt (90.+6) sorgten für hitzige Gemüter. Besonders der Treffer von Adeyemi löste eine Reaktion bei den Stuttgarter Fans aus, die offenbar einen provokanten Jubel des Dortmunders registrierten. Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen Spielern beider Mannschaften, in deren Verlauf sogar ein Stuhl auf den Rasen flog. Deniz Undav sprach später von einer „Misskommunikation“ und einem „provokanten Jubel“, der an frühere Auseinandersetzungen mit dem FC Porto erinnere. Er deutete an, dass Adeyemy ihn mit einer ähnlichen Geste provoziert habe, die er selbst in Dortmund bei seinem Dreierpack gezeigt hatte.
Sebastian Hoeneß, der VfB-Trainer, sprach nach dem Spiel von einer „ganz, ganz bitteren Niederlage“. Er betonte, dass seine Mannschaft in der ersten Halbzeit die Kontrolle hatte und über 70 Prozent Ballbesitz verbuchte, ohne jedoch einen einzigen Torschuss zu erzielen. „Das muss man sich vorwerfen lassen, dass wir unsere Dominanz nicht in Tore umgemacht haben“, so Hoeneß. „Es waren genug Möglichkeiten da.“ Seine Aussage unterstreicht die Frustration, die über das vergebene Spiel herrscht.
Deniz Undav, der selbst wenig Gelegenheit zu Torschüssen hatte, stimmte seinem Trainer zu: „Wir waren über das ganze Spiel die bessere Mannschaft. Uns haben die Details gefehlt. Gegen so ein Team, das sich fast nur hinten reinstellt, wirst du am Ende eiskalt bestraft.“ Die schwarz-gelben zeigten ihrer Meinung nach, dass sie selbst kaum an den Sieg geglaubt hätten, was jedoch „typisch für den BVB in dieser Saison“ sei.
Auch die Trainer Niko Kovac und Sebastian Hoeneß lieferten sich nach dem Spiel eine hitzige Diskussion, die beide jedoch routiniert herunterspielten. Kovac bezeichnete die Debatte als „eine kleine Meinungsverschiedenheit“, die „zum Fußball gehört“. Hoeneß ergänzte, dass die „vielen Emotionen“ in so einem Spiel „sich am Ende beim Dortmunder Jubel entladen“ hätten.
Die Niederlage wirft einen Schatten auf die bisher starke Leistung des VfB unter Hoeneß. Es war die erste Niederlage gegen Dortmund seit seiner Amtsübernahme, womit eine Serie von vier Siegen und zwei Remis in Pflichtspielen beendet wurde. Die Fans werden diese Niederlage und die umstrittenen Szenen noch lange im Gedächtnis behalten – ein Karfreitag, der alles andere als besinnlich war.
