Sturz-debakel in oslo: deschwanden schreibt geschichte, deutsche cracks versinken
Was für ein Desaster. Vor 30.000 Fans am Holmenkollen schmissen Olympia-Held Philipp Raimund und Superstar Domen Prevc die Kufen – und ausgerechnet der 35-jährige Schweizer Gregor Deschwanden riss sich den ersten Weltcup-Sieg. Die deutsche Mannschaft? Abgestürzt, verzagt, mit Andreas Wellinger nur auf Rang 17.

Raimund rutscht voll durch – «ich kenn mich nicht mehr aus»
Neun Tage nach seinem Triumph in Lahti flog der 25-jährige Oberstdorfer 119 Meter weit – und direkt raus aus dem Bewerb. «Zwei Meter zu spät, dann bin ich voll durchgelatscht», sagte er entsetzt. Noch schlimmer erwischte es den slowenischen «Allesgewinner» Prevc: Eine Windböe riss ihn auf 117,5 Meter, Platz 42. «So schnell kann es gehen», murmelte auch er.
Deschwanden dagegen spielte den coolen Pensionierungskandidaten. Mit 132,5 und 130 Metern (263,1 Punkte) schob er Pius Paschke als ältesten Erstsieger beiseite. «Ich habe nur meine Schanze gesucht», sagte der Berner und klang, als hätte er das schon tausend Mal gemacht.
Die deutsche Bilanz ist vernichtend. Neben Wellinger kamen nur Karl Geiger (19.) und Pius Paschke (29.) in die zweite Runde. Felix Hoffmann, WM-Sechster der Tournee, landete auf Rang 44. Bundestrainer Stefan Horngacher wird die Nacht nicht schlafen: Kein Deutscher unter den Top-15 – das gab es zuletzt 2019.
Die Sprung-Saison ist längst nicht mehr das, was sie vor zwei Monaten war. Der Wind regiert, die Großen stolpern, und die Geschichte schreibt sich mit 35 Jahren neu. Wer jetzt nicht aufsteht, verpascht den Anschluss an die WM in Trondheim.
