Sturm führt bruins in die playoffs – außenseiter mit durchschlagskraft!
Boston, Massachusetts – Mit einem Augenzwinkern und eisernem Willen betritt Marco Sturm, der deutsche Head Coach der Boston Bruins, die Bühne der NHL-Playoffs. Nach einem Jahr der Wartezeit kehrt das Traditionsfranchise zurück, und Sturm scheint bereit, die Herausforderung anzunehmen – trotz der klaren Favoritenrolle der Buffalo Sabres.
Die rückkehr der bruins: ein triumph gegen alle erwartungen
Vor der Saison hätten wohl die wenigsten Experten den Bruins eine Teilnahme an der Endrunde zugetraut. Der Kader wirkte verletzlich, jenseits der Stars Pastrnak, McAvoy und Swayman. Doch Sturm bewies, dass man mit harter Arbeit und cleverer Strategie auch mit vermeintlich schwächeren Karten weit kommen kann. „Ich bin stolz und glücklich, dass es mit 100 Punkten geklappt hat“, so Sturm am Freitagnachmittag gegenüber deutschen Medien. „Meine Jungs haben sich die Playoffs verdient.“
Die Regular Season war geprägt von Höhen und Tiefen, einer intensiven Lernphase, die nun abgeschlossen ist. „Ich kenne die Sabres wie meine Westentasche“, betonte der 47-Jährige. „Die Vorbereitung war intensiv, tagelang habe ich mich ausschließlich mit ihnen beschäftigt.“ Dieser Fokus auf den Gegner ist ein entscheidender Unterschied zur oft chaotischen Regular Season, in der es schnell weiterging und wenig Zeit für detaillierte Analysen blieb.

Buffalo als favorit: sturm weiß, was zu tun ist
Die Sabres gelten als klarer Favorit in der Serie. Sie haben die Atlantic Division gewonnen und zeigen in letzter Zeit eine beeindruckende Form. Doch Sturm versteckt sich nicht vor dieser Tatsache. „Buffalo ist der Favorit, das steht außer Frage“, räumt er ein. „Sie haben gelernt, wie man gewinnt. Aber wir sind nicht hier, um uns zu verstecken.“
Was die Bruins auszeichnet, ist ihre Robustheit, Stabilität und Erfahrung – Eigenschaften, die im hart umkämpften Playoff-Hockey von entscheidender Bedeutung sein können. Außerdem verfügt das Team über einen der besten Goalies der Liga in Jeremy Swayman. „Vor der Serie würde ich sagen, dass wir den besseren Goalie haben“, so Sturm, obwohl er betont, dass die Form des Keepers entscheidend ist. Die letzten Monate, in denen jeder Punkt von Bedeutung war, haben seiner Mannschaft geholfen, sich auf die Intensität der Playoffs einzustellen. „Es fühlte sich an wie Playoff-Hockey“, sagt Sturm.
Ein weiterer deutscher Hoffnungsträger in den Bruins-Reihen ist Lukas Reichel. Der Nationalspieler kam im Tauschhandel zu den Bruins und könnte hier seine letzte Chance in der NHL ergreifen. Sturm zeigt sich zufrieden mit Reichels Leistungen, obwohl diese noch nicht konstant sind. „Er hat gut angefangen und dann etwas nachgelassen“, so der Coach. „Aber er hat Schnelligkeit, Auge und Skill – wichtige Attribute für einen Flügelspieler.“
Sturm selbst ist ein Workaholic, der täglich frühmorgens im Stadion beginnt und bis zum späten Nachmittag arbeitet. Er genießt seine Arbeit in Boston und schätzt die interne Anerkennung in der Organisation mehr als persönliche Auszeichnungen. Obwohl er für die Jack-Adams-Trophy nominiert werden könnte, wird sein Name in diesem Zusammenhang kaum genannt.
Die Serie gegen Buffalo verspricht ein Duell zweier unterschiedlicher Spielstile: Buffalo ist schneller und technisch versierter, während die Bruins robuster und stabiler sind. „Wenn wir die Sabres spielen lassen, wird es schwer für uns“, weiß Sturm. „Aber wenn wir diszipliniert spielen und unsere Härte einsetzen, haben wir gute Möglichkeiten.“
Die Nacht zum Sonntag deutscher Zeit steht das erste Spiel bei den Buffalo Sabres an. Ein Duell, das zeigen wird, ob die Bruins wirklich ein Überraschungsteam sind oder ob die Sabres ihre Favoritenrolle gerechtfertigen werden. Doch eines ist sicher: Marco Sturm und seine Mannschaft werden alles geben, um die Chance auf den Einzug in die nächste Runde zu nutzen.
n