Struff kämpft sich bei french open durch – und zeigt plötzlich "bock!"
Paris – Überraschung in Roland Garros! Jan-Lennard Struff, der Warsteiner Tennis-Routinier, hat sich in einem dramatischen Fünf-Satz-Krimi gegen Alexander Bublik (Kasachstan) durchgesetzt und ist damit in die zweite Runde der French Open eingezogen. Mit 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5 bezwang Struff den Weltranglistenzehnten – ein Erfolg, der im bisher schwachen Jahr des Deutschen besonders hervorsticht.
Die hitze und der kampfgeist
Die Partie, die auf dem abgelegenen Court 14 ausgetragen wurde – ohne jeglichen Schatten und bei Temperaturen über 30 Grad – war ein Kräftemessen unter extremen Bedingungen. Struff, der aktuell auf Platz 80 der Weltrangliste notiert ist, wirkte nach dem Match sichtlich erschöpft, aber auch voller Energie. „Es war ein hartes Match unter schwierigen Bedingungen. Es war sehr warm, aber die Unterstützung war gewaltig“, kommentierte er das Spiel.
Seine bisherige Saison war von Enttäuschungen geprägt: Achtmal verpasste er den Einzug in die nächste Runde in der Auftaktpartie, dreimal scheiterte er bereits in Runde zwei und einmal sogar in der Qualifikation. Dieser Sieg gegen Bublik kommt daher wie ein Weckruf, ein balsam für die Seele des 36-Jährigen. Der Jubel nach dem gewonnenen Match war ihm deutlich anzumerken: „Ich habe jetzt Bock!“, rief er bei Eurosport, und man spürte die neu entfachter Freude am Tennis.

Nächste hürde und mögliche kracherduell
Im Viertelfinale trifft Struff auf den Portugiesen Jaime Faria, gegen den er nun favorisiert wird. Sollte er auch dieses Spiel gewinnen, könnte sich ein hochspannendes Duell in der dritten Runde ergeben: entweder Hubert Hurkacz (Polen) oder Frances Tiafoe (USA) stehen ihm dann gegenüber. Der Sieg gegen Bublik katapultiert Struff bereits wieder in Richtung der Top 70 der Weltrangliste.
Struffs Auftritte bei den French Open waren in der Vergangenheit immer wieder von Erfolg gekrönt. 2019 und 2021 erreichte er das Achtelfinale. Der Weg dorthin ist jedoch noch weit. Doch eines ist klar: Jan-Lennard Struff hat in Paris bewiesen, dass er noch immer zu einem Überraschungsmanöver in einem Grand-Slam-Turnier fähig ist und das Feuer für den Kampf nicht verloren hat.
